EM 2016 - das sind die Favoriten und Geheimtipps


Vom 10. Juni bis 10. Juli heißt es Bühne frei für Europas Top-Mannschaften. Wie schon 1984 ist Frankreich Gastgeber der 15. Europameisterschaft. Diesmal jedoch nehmen zum ersten Mal 24 Länder teil. Sowohl alle großen Nationen und ihre Weltstars sind dabei, als auch „Exoten“ wie Island oder Albanien – nur ein Schwergewicht fehlt: Holland nimmt an der EM nur als Zuschauer teil.



Unsere Top-Favoriten

Deutschland:


„Dusel-Deutschland“ hat mal wieder das Losglück auf seiner Seite gehabt. Auf dem Weg zum vierten EM-Titel muss sich „Die Mannschaft“ von Bundestrainer Joachim „Jogi“ Löw gegen die Ukraine, Polen und Nordirland durchsetzen. Durch die Halbfinal-Niederlage des FC Bayern in der Champions League hat Jogi Löw bis auf den Madrilenen Toni Kroos alle Mann rechtzeitig in der Vorbereitung zusammen und kann die Mission EM-Titel 2016 fokussiert angehen.

Unser Tipp: Die Mannschaft hat (auch ohne Patriotismus) die Qualität und Erfahrung um Spanien nach dem WM-Titel nun auch als Europameister abzulösen - und natürlich Mario Götze als entscheidenden Joker.



Frankreich:

Die Ausrichtung eines Turniers war für Frankreich bisher immer eine Sieg-Garantie. Die „Grande Nation“ ging am Ende sowohl bei der Weltmeisterschaft 1998, als auch 14 Jahre davor bei der Europameisterschaft 1984 als strahlender Sieger vom Platz. Auch diesmal ist die „Equipe Tricolore“ gespickt mit Weltstars wie Paul Pogba (Juventus Turin), Antoine Griezmann (Atletico Madrid), Kingsley Coman (FC Bayern) oder Anthony Martial (Manchester United). Die Frage ist nur, ob die Youngsters dem großen Erwartungsdruck standhalten können.

Unser Tipp: Die junge Mannschaft ist noch nicht soweit, gegen die Top-Favoriten einen großen Titel zu erringen. Aber mit dem Heim-Publikum im Rücken können sie, wie schon Brasilien bei der Heim-WM 2014, das Halbfinale erreichen.

Spanien:


Die „Furia roja“ könnte als erste Mannschaft dreimal in Folge Europameister werden. Der Kader hat sich bis auf Xavi in den letzten Jahren kaum verändert, die meisten Leistungsträger sind auch weiterhin aktiv. Trotz starker Konkurrenz in der Gruppe mit Kroatien, Türkei und Tschechien, wird sich Spanien wohl souverän den Gruppensieg sichern.

Unser Tipp: Wenn die gut geölte Tiki-Taka-Maschine wie schon bei der EM 2012 ins Rollen kommt, ist der Titel-Hattrick machbar.




Unsere Mit-Favoriten


England:


England ist die einzige Mannschaft, die es geschafft hat, die EM-Qualifikation ohne Punktverlust abzuschließen. Zehn Siege aus zehn Spielen sind schon eine beeindruckende Bilanz. Zugegeben, bei jedem Turnier zählen die Three Lions zu den Favoriten – und standen am Ende nur mit mäßigem Erfolg da.

Unser Tipp: Wenn Leicester City die Premiere League gewinnen kann, dann muss man England auch ohne Größenwahn einen möglichen EM-Triumph zugestehen – außer es kommt zum Elfmeterschießen. Denn dabei sind die Engländer sechsmal in sieben Versuchen gescheitert.


Belgien:


Der „Goldenen Generation“ Belgiens um Trainer Marc Wilmots wird der ganz große Coup in Frankreich zugetraut. Nicht zuletzt weil sie sich im November 2015 zum ersten Mal in ihrer Geschichte Platz eins in der FIFA-Weltrangliste gesichert haben. Der junge und talentierte Kader umfasst einige klingende Namen europäischer Top-Klubs wie Kevin De Bruyne, Thibaut Courtois, Eden Hazard oder Romelu Lukaku. Dabei muss Belgien jedoch mit zwei großen Problemen zurecht kommen: die enormen Erwartungen und der verletzungsbedingte Ausfall von Abwehrchef und Kapitän Vincent Kompany.

Unser Tipp: Bei der WM 2014 haben die „Roten Teufel“ bereits angedeutet, dass ihre Zeit noch kommen wird. Wenn sie sich in der Hammergruppe mit Italien, Schweden um den Superstar Zlatan Ibrahimovic und Irland souverän durchsetzen, ist ihnen auch das Finale zuzutrauen.

Italien:


Die Squadra Azzura muss man bei jedem Turnier auf dem Favoritenzettel haben. Allerdings war die Qualifikation kein Bewerbungsschreiben eines ambitionierten EM-Favoriten. Souveräne Siege kamen so oft vor wie Spaghetti mit Ketchup auf einer italienischen Speisekarte. Auch der müde 1:0-Sieg gegen Fußballzwerg Malta war kein Fußball-Leckerbissen.

Unser Tipp: Wundertüte Italien ist traditionell eine Turniermannschaft und in Sachen Taktik sind die Azzurri mit allen Wassern gewaschen. Selbst das Halbfinale ist ihnen zuzutrauen.




Unsere Überraschungs-Teams


Österreich:


Österreich hat sich erstmals auf sportlichem Wege in einer beeindruckenden EM-Qualifikation mit stolzen 28 Punkten für die Endrunde qualifiziert. Das Team um Leistungsträger wie David Alaba (Bayern München), Marko Arnautovic (Stoke City), Christian Fuchs (Leicester City) oder Julian Baumgartlinger (Bayer Leverkusen) haben damit durchaus eine Duftmarke gesetzt. Dazu hat man im Sturm mit Marc Janko endlich mal einen treffsicheren Abnehmer, der mit sieben Treffern genauso viele hat wie die Superstars Wayne Rooney (England) oder Gareth Bale (Wales).

Unser Tipp: Österreich hat ein echtes Team mit vielen talentierten Spielern, das Ende des Jahres sogar den Sprung in die TOP 10 der FIFA-Weltrangliste geschafft hat. Die Österreicher haben das Zeug wie einst Griechenland 2004 für eine echte Überraschung zu sorgen und unter die letzten vier Teams zu kommen.

Portugal:


Portugals Spiel steht und fällt mit Christiano Ronaldo. Die Erwartungen endlich einen Titel zu holen sind dabei ebenso wie seine momentanen Leistungen – übermenschlich. Im Prinzip soll er es als Alleinunterhalter schaffen, ähnlich wie Zlatan Ibrahimovic bei den Schweden. In einem eher durchschnittlich begabten Team muss CR7 noch weiter über sich hinaus wachsen, um als One-Man-Show in die Annalen des Fußballs einzugehen wie einst Diego Maradona.

Unser Tipp: CR7 ist alles zuzutrauen – auch dass er Portugal, wie schon Real Madrid gegen den VfL Wolfsburg, im Alleingang ins Viertelfinale trägt.


Kroatien:


Funktionäre im Zwielicht, Fans außer Rand und Band, zahlreiche Skandale die sogar fast einen EM-Ausschluss zur Folge hatten – für Kroatien könnte es sicher ruhiger zur EM nach Frankreich gehen. Auch die EM-Qualifikation war alles andere als souverän, nachdem erst am letzten Spieltag Norwegen noch vom zweiten Platz verdrängt werden konnte. Die Qualität der Kroaten kann sich dagegen sehen lassen.: Luka Modric (Real Madrid), Ivan Rakitic (FC Barcelona) und Mario Mandzukic (Juventus Turin) führen das Team an.

Unser Tipp: Die italienische Mannschaft hat es 2006 vorgemacht, wie man trotz Manipulationsskandale und medialer Unruhe einen Titel holen kann. Soweit würden wir zwar nicht gehen, aber wenn die Kroaten es bei aller Qualität schaffen, auch als Mannschaft aufzutreten, ist vielleicht sogar das EM Halbfinale möglich.
EM Überraschungsteams Island

Island:


Zugegeben, ein wenig abenteuerlich ist dieser Tipp schon. Wer aber die Türkei und die Niederlande in der EM-Qualifikation hinter sich lassen kann, hat es auch verdient, hier erwähnt zu werden. Früher brauchten die Isländer noch Orkantiefs, um Erfolg zu haben. Nun hat sich das Land als Fußballnation entdeckt und sind schon 2013 nur knapp an der WM-Qualifikation für Brasilien an Kroatien gescheitert.
Die Isländer sind technisch versiert, haben einen ausgeprägten Teamspirit sowie internationale Erfahrung u.a. aus der Premier- League und der holländischen Eredivisie. Der Kern des Teams besteht übrigens aus der U21, die im August 2010 die deutsche U21 mit Hummels, Höwedes oder Großkreutz aus der EM-Qualifikation warf.

Unser Tipp: Da auch die vier besten drittplatzierten Mannschaften in das EM Achtelfinale einziehen, können sich die Isländer in der Gruppe mit Österreich, Ungarn und Portugal durchaus durchsetzen.