Yoga Teacher Training: Intensivkurs auf Bali

Namasté Bali! SportScheck Autorin Steffi hat im letzten Sommer ein Yoga Teacher Training in Ubud absolviert. Im Blogbeitrag erzählt sie, wie diese Ausbildung abläuft und was sie erlebt hat. Ein Monat Me-Time auf Bali – oder eher Yoga Boot Camp?
Steffi beim Yoga Teacher Training auf Bali

In drei Blogbeiträgen berichtet Steffi von ihren Erfahrungen beim Yoga Teacher Training. Hier gelangst du zum ersten Teil: Wie du die richtige Yogalehrerausbildung findest.

Inmitten der fast unwirklich grünen Reisfelder und am Rande des Dschungels, ein wenig außerhalb der quirlig-geschäftigen balinesischen Stadt Ubud, trafen am ersten Tag meines Yoga Teacher Trainings 24 Yogis aus allen Ecken der Welt aufeinander. Im Kreis sitzend, versammelt um ein typisch balinesisches Mandala aus bunten Blüten, begann unsere spirituelle und physische Yogareise mit einem Begrüßungszirkel. In unserer wunderschönen Yoga-Shala (eine überdachte Übungsfläche), direkt angrenzend an den Dschungel, inmitten von Tierlauten und Urwaldgeräuschen, lernten sich alle Teilnehmer zum ersten Mal kennen. Eine Gruppe so unterschiedlich in Alter, Nationalität, Hintergrund, Lebensgeschichte – und doch mit einer Gemeinsamkeit: der großen Begeisterung für Yoga und dem Wunsch, in gut dreieinhalb Wochen tief in die Welt des Yoga einzutauchen.

Eine Yoga-Ausbildung ist kein Urlaub

Yoga Shala im Dschungel auf Bali
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Ein ehrliches Interesse, ein starker Wille und eine gehörige Portion Motivation sind wohl die Grundvoraussetzungen für die Yogalehrerausbildung. Das Programm ist straff und der Zeitplan eng getaktet. Elf Stunden am Tag waren bei uns gefüllt mit Meditations- und Atemtechniken, Philosophie und Geschichte, Anatomie, Ayurveda und Traditioneller Chinesischer Medizin (TCM). Darüber hinaus gehörte natürlich auch klassischer (physischer) Yoga-Unterricht für die persönliche Praxis dazu, ebenso wie die Theorie und praktische Umsetzung der einzelnen Asanas (Yogaposen). Und letztlich natürlich auch die Kunst des Unterrichtens in angewandten Workshop-Formaten. Es war abwechslungsreich, ohne Frage, doch am Ende des Tages platzte einem fast der Kopf vor lauter neu erlerntem Wissen – nicht zu sprechen vom allgegenwärtigen Muskelkater.

Early Birds und Morgenroutine

Jeder Tag begann nach frühem Aufstehen um 5.30 Uhr, noch vor Sonnenaufgang, mit Meditation. Das war gerade am Anfang nicht leicht, zumal die Dauer der morgendlichen Meditation nach und nach auf mehr als eine halbe Stunde gesteigert wurde. Die einen hatten das Gefühl, vor Müdigkeit wieder einzuschlafen. Die anderen taten sich schwer, so lange bewegungslos sitzen zu bleiben und die Gedanken nicht überhand nehmen zu lassen. Nicht zu sprechen von den stetigen Besuchen der vielen Insekten aus dem Dschungel. Doch wir alle wurden routinierter, merkten den Fortschritt des Geistes und lernten zu akzeptieren, dass vieles tagesformabhängig ist.

Steffi geht zur Morgenmeditation
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Auf die Momente der Stille folgte teils schweißtreibender Yoga-Unterricht, in dem unsere Vinyasa-Lehrerin ihre Expertise und Kreativität unter Beweis stellte. Und so unmenschlich das frühe Aktiv-Sein jeden Tag für Außenstehende wirken mag, so sehr lernte ich diese umfassende Morgenroutine zu schätzen. Die Gedanken in der Meditation zur Ruhe zu bringen, sich mit Atemtechniken ganz auf sich zu fokussieren, mit dem natürlichen Rhythmus der Natur in den Tag zu starten und den Körper durch einen langen Yoga-Flow so richtig in Schwung zu bringen – dieses Gefühl wurde für uns alle zur puren Erfüllung.

Morgens um 9.30 Uhr, wenn die “normale Welt” gerade erst so richtig wach war und die balinesische Sonne an Kraft gewann, hatten wir schon vier Stunden Programm hinter uns. Dann saßen wir mit einer bunten, vitaminreichen Frühstücksbowl und Kaffee in völliger Ruhe am Pool. Diese Momente vermisse ich, diesen Zustand nach einer umfassenden Yogapraxis, den die Yogi-Welt als „Yoga Bliss“ bezeichnet, in dem man vor Wohlgefühl, Freude am Leben und Dankbarkeit das Grinsen nicht mehr aus dem Gesicht bekommt. Dafür lohnte sich jedes frühe Aufstehen. Darauf freute man sich schon am Abend beim Einschlafen.

Frühstück am Pool beim Yoga Teacher Training

Volles Programm

Doch an Yoga Bliss war im anschließenden Tagesablauf nur selten zu denken. Wir waren beschäftigt, so richtig. Von der Vorstellung, immer wieder den schönen Pool zu genießen und ab und an etwas Urlaubsgefühl aufkommen zu lassen – diese Idee hatten wir wohl alle ursprünglich im Kopf – mussten wir uns sehr schnell verabschieden. Keine Zeit für Urlaubsstimmung.

Die meiste Zeit des Tages hatten wir eine Unterrichtsstunde nach der anderen, saßen mit höchster Aufmerksamkeit in der schattigen Yoga-Shala. Ständig am Mitdenken, unaufhörlich am Mitschreiben, notieren, Wissen aufsaugen, Wissen anwenden. Zwischendurch gab es ein schnelles, aber leckeres Mittagessen – und weiter ging es. Wir alle hatten uns das ausgesucht. Wir waren auf viel Input gefasst und wollten lernen, doch die Dichte des Programms war sehr viel anstrengender als erwartet. Mental und physisch, denn wir setzten uns mit weit mehr auseinander als dem bloßen Üben von Asanas.

Der Weg zum Zertifikat

Tag für Tag bahnten wir uns also unseren Weg durch die Yoga-Welt, tauchten tief ein in diese für uns immer komplexer werdende Wissenschaft und Lebensauffassung. “The more you learn, the less you know”, beschrieb es einer unserer Lehrer sehr treffend. Das drückte genau das Gefühl aus, das uns allen zwischen Wissbegierde, Faszination und hin und wieder aufkeimender Überwältigung begegnete.

Steffi gibt eine Yogastunde
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Sehr schnell wurden wir auch mit unserer möglichen Zukunft als Lehrer konfrontiert und begannen, uns gegenseitig in immer größer werdenden Gruppen zu unterrichten. Durchaus eine Herausforderung, auch wenn wir voreinander keine Angst vor harscher Kritik oder mangelndem Wohlwollen haben mussten. Schließlich wechselten wir alle ständig zwischen der Rolle des Lehrers und des Schülers. Und das war es wohl, was besonders viel Kraft benötigte: So viel zu lernen und zu verinnerlichen und sich gleichzeitig selbst zum Lehrer zu entwickeln, um künftig all das Wissen weitergeben zu können. Doch die vielen Erfolgserlebnisse und die enormen Fortschritte, die man in einer so kurzen, intensiven Zeit durchlebt, motivierten und inspirierten. Auch wenn die Prüfungen immer näher rückten. Um den Standards der International Yoga Alliance gerecht zu werden, mussten wir eine praktische Prüfung in Form einer selbst konzipierten, für andere abgehaltenen Yogastunde ablegen sowie unser gesammeltes Wissen in einer schriftlichen Klausur zum Besten geben.

Ende gut, alles gut

Wir hielten durch, trotzten dem Druck und den physischen wie psychischen Anstrengungen. Die dreieinhalb Wochen schienen zeitweilig endlos lang und waren dann doch viel zu schnell vorbei. Getrieben vom Willen, diese persönliche Herausforderung zu meistern und von der Begeisterung und Leidenschaft für Yoga, zusammengehalten von einem starken Gemeinschaftsgefühl der eng zusammengewachsenen Yogi-Gruppe, überstanden wir alle die Prüfungstage. Das Gefühl nach meiner erfolgreich gehaltenen Prüfungs-Yogastunde war unbeschreiblich. Ich hatte es geschafft, ich war ausgebildete Yogalehrerin!

Zertifizierte Yogalehrerin

Im dritten und letzten Beitrag ihrer Blogserie berichtet Steffi von der Zeit nach ihrem Yoga Teacher Trainings. Wie ging es weiter? Was machte sie mit der Ausbildung? Und was hat sich ein Jahr danach alles getan? tbc...

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