Yoga Teacher Training: Was man damit machen kann

„Wirst du jetzt Yogalehrerin?“, diese Frage wurde SportScheck Autorin Steffi nach ihrem Yoga Teacher Training im vergangenen Jahr häufig gestellt. Im letzten Teil unserer Serie berichtet sie über Veränderungen, Chancen und neue Perspektiven nach der Yogalehrer-Ausbildung.

In drei Blogbeiträgen berichtet Steffi von ihren Erfahrungen beim Yoga Teacher Training.

Ein gutes Jahr ist es nun her, mein balinesisches Yoga-Abenteuer, von dem ich als ausgebildete Yogalehrerin wieder nach Deutschland zurückkehrte. Wie im ersten Blogpost beschrieben, ging ich die ganze Sache ohne große Erwartungen und ohne genauen Plan an. Ich hatte schlichtweg keine Ahnung, was ich mit der erlangten Ausbildung letztlich machen würde - ich hatte sie mir einfach als Ziel gesetzt, der Rest würde sich ergeben.

Yoga-Transformation?

Viele erzählen, dass eine so intensive Zeit wie man sie im Rahmen eines Yoga Teacher Trainings erlebt, sehr transformierend wirkt. Dass es nicht selten zu persönlichen Erkenntnissen und damit zu gravierenden Änderungen im Leben führt. In meinem Fall allerdings passierte – erstmal – nichts. Ich kehrte zurück in meinen Vollzeitjob, war weiterhin glücklich mit meinem Partner, meinen Freunden und meiner Familie.

Davon abgesehen, dass ich durch die wochenlang tägliche, mehrstündige Yogapraxis meine Muskeln noch etwas mehr geformt hatte, viele tolle Menschen kennengelernt hatte und sehr glücklich über meine anstrengende, aber bereichernde Auszeit war, bin ich kein neuer Mensch geworden. Dachte ich. Ich hatte auf unterschiedlichsten Ebenen unglaublich viel gelernt und mich viel mit mir selbst auseinandergesetzt. Dabei hatte ich mich zwar nicht in einen spirituellen Yogi-Hippie verwandelt, aber viele yogische Grundsätze und Lebensphilosophien doch stärker verinnerlicht, als das auf den ersten Blick womöglich zu erkennen war.

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Mein (innerer) Fortschritt

Ich hatte keine auf den ersten Blick erkennbare 180 Grad-Kehrtwende gemacht, aber etwas hatte sich sehr wohl verändert: Ich war sorgsamer mit mir selbst und meinem Leben geworden. Vielleicht kündigte ich auch deshalb einige Monate später meinen bisherigen Job und vertraute einfach meiner Intuition.

Auch meine Yogapraxis veränderte sich auf unerwartete Weise. Ich war zwar körperlich stärker, trainierter und objektiv sicherlich “besser” geworden. Doch meine Entwicklung als Yogi zeigte sich für mich vor allem darin, dass ich weniger Wert auf das Erreichen anspruchsvoller Asanas und körperlicher Anstrengung legte. Ich besuchte plötzlich nicht mehr so häufig wie bisher die physisch herausfordernden Advanced-Klassen, sondern lieber den All Level-Unterricht und trat damit wieder einen Schritt zurück. Weg mit dem Ego, her mit der Achtsamkeit! Das handhabe ich im Übrigen bis heute so. Und auch Meditation ist seitdem ein wichtiger Aspekt für mich. Genauso genieße ich die tiefe Wirkung von Yin Yoga. Ich sehe es nicht mehr als vermeintlich “verschwendete Zeit” an, wenn man keine schweißtreibenden Sportübungen macht, sondern sich stattdessen mehr nach innen richtet. Meine Perspektive hatte sich verändert.

Zukunft als Yogalehrerin?

Eine Frage, die mir viele Menschen direkt nach meiner Ausbildung und auch weiterhin stellen, wenn sie von meinem Yoga Teacher Training hören: Unterrichtest du nun Yoga? Tatsächlich dachte ich nach der Ausbildung, dass ich wohl keine Vollzeit-Yogalehrerin werden möchte - ohne es dabei ganz auszuschließen, hin und wieder Yogastunden zu geben. Viele Monate blieb es dabei und ich gab nur für das engere Umfeld die ein oder andere Yogastunde. Außerdem besuchte ich unglaublich viele Yogaklassen und beobachtete mit einer ganz neuen Perspektive die tolle Arbeit all meiner YogalehrerInnen in meinen liebsten Münchner Yogastudios. Das bereicherte und inspirierte mich sehr, denn eine 200 Stunden-Ausbildung ist lediglich ein Hineinschnuppern und macht einen längst nicht automatisch zu einem (guten) Lehrer.

Corona: Die Krise als meine Chance

Und dann kam Corona. Unser aller gewohnter Alltag änderte sich und so sehr alles zum Stillstand kam, plötzlich eröffneten sich mir ganz neue Möglichkeiten. Ich fing an, online mehrere Yogastunden die Woche zu geben, erst für Freunde, dann kamen (ehemalige) Kollegen dazu, Freunde von Freunden und entfernte Bekannte. Ich bekam tolles Feedback und hatte große Freude daran, Leute in dieser schwierigen Zeit für Yoga zu begeistern, die positiven Aspekte zu verbreiten und in die Welt hinauszutragen. Für mein kleines, Anfang des Jahres gegründetes Startup Project Soulsome war das ebenfalls ein echter Push. Hier unterrichte ich neben meinem neuen Vollzeitjob nun auch weiterhin im Rahmen von Online Events und Workshops. Ich wurde völlig unvorhergesehen plötzlich doch zur Yogalehrerin und hätte mir diese Entwicklung vor einem Jahr wohl nicht einmal ausdenken können.

Und die Moral von der Geschicht’?

Yoga ist und bleibt meine ganz große Leidenschaft und die Entscheidung für die Yogalehrer-Ausbildung war wohl eine der besten, die ich je getroffen habe. All die Anstrengungen dieser intensiven Zeit haben sich gelohnt und ich wage zu sagen, dass eine solche Erfahrung jedem Menschen unglaublich gut tun würde. Auch wenn durch die weltgesundheitliche Situation das Reisen an ferne Ausbildungsorte wie Bali aktuell nicht mehr so einfach umsetzbar ist, sollte das nicht vom generellen Plan einer Yogaausbildung abhalten. Ob mit Yogalehrer-Ambitionen oder nicht: Wer die Liebe zum Yoga entdeckt, im Alltag intensiviert und kultiviert hat und nun noch tiefer einsteigen möchte - es verändert und transformiert. Bei manchen im Kleinen, bei manchen im Großen.

Als Yogalehrerin mit einer Grundausbildung hat man den Weg erst angefangen zu beschreiten. Doch ich entwickle mich stetig weiter, behalte einen offenen Blick, lerne stetig (“Always a Yoga Student”) und merke, dass sich bereits mit dieser Basis viel bewegen und anstoßen lässt. Ich für meinen Teil möchte auch künftig dazu beitragen, Yoga in die Welt hinauszutragen und die Begeisterung und Leidenschaft weiterzugeben. Und wer weiß, vielleicht begegnen auch wir uns auf diesem Weg ja einmal…?!

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