Tipps für Park-Beginner

Das erste Mal im Ski-Park? Kein Problem, wir zeigen dir auf was es ankommt!
Tipps für Park-Einsteiger

Am Gletscher ist die Ski-Saison schon in vollem Gange und viele Rider zieht es natürlich sofort in den Park. Wir haben uns mit Max Pohl, dem stellvertretenden Leiter der SportScheck Skischule zum Thema "Tipps für Park-Beginner" unterhalten.

Welche Sicherheitsausrüstung braucht man für die ersten Runden im Park?

M. Pohl: Am wichtigsten ist der Helm. Ich empfehle Helme mit MIPS-System, die schützen das Gehirn noch besser bei einem Aufprall. Das funktioniert aber nur in Verbindung mit einem festen, komfortablen Sitz – ein loser Helm bringt schließlich keine Sicherheit. Außerdem ist der Rückenprotektor sehr sinnvoll, wenn er perfekt passt. Da gibt's weiche Protektoren, die sich dem Rücken flexibel anpassen. Normalerweise sind die bequemer als der klassische Schildkrötenpanzer.

Welche Ski brauch ich im Park und was ist mit Stöcken?

M. Pohl: Der Twin-Tip ist wohl der Allrounder im Park. Mit den beidseitig aufgebogenen Skienden kann man auch rückwärts fahren und landen. Aber da gibt es unterschiedliche Aufbauarten und Konstruktionen. Was davon zu dir passt, können dir die Berater in den Filialen am bestsen erzählen. Wenn ich im Park fahre, nehme ich Stöcke etwas kürzer als Pistenstöcke und ohne Schlaufen. Das gibt eine bessere Balance und ein gutes Raumgefühl.

Stefanie Mössler

Wie kann ich mich sicher im Park bewegen?

M. Pohl: Obwohl es im Park kreativ zugeht, gibt es auch offizielle Parkregeln. Die einzuhalten lohnt sich, denn sie sichern einem Freundschaften und Schneidezähne. Diese Rules hängen meistens auf einer Tafel am Parkeingang. Davon abgesehen ist es sinnvoll, sich zunächst einmal ein Bild zu machen, wie das Gelände und die einzelnen Obstacles angeordnet sind. Sprich die erste Runde einfach locker neben den Takeoffs entlangcruisen. Wenn's dann ernst wird gilt immer: Erst einmal klein anfangen, bevor größere oder schwierigere Obstacles angegangen werden. Eine Lebensweisheit, die unabhängig vom Park und Riderlevel gilt. Im Park herrscht eine eigene Hierarchie. Andere Rider werden respektiert und jeder wartet auf seinen Sprung oder Move bis Absprung- und Landungs-Zone frei sind. Wichtig: Bei einem Sturz unbedingt die Landung sofort verlassen. Tipp: am besten immer zu zweit den Park entern. So kann man schnell den Jump absichern und ggf. dem Buddy helfen.

Wie mach ich bei einem Unfall?

M. Pohl: Wenn du dich noch bewegen kannst, dann so schnell wie möglich raus aus der Landung. In jedem Fall empfiehlt es sich einen „Spotter“ am Obstacle zu platzieren, der im Notfall schnell reagiert und den Kicker oder das Rail gut sichtbar absperrt. Danach  je nach Schwere der Verletzung ein Notruf absetzen. Alle Skigebiete haben eine Bergrettung mit entsprechender Notfallnummer, ansonsten gilt die Nummer 112 für den gesamten Alpenraum. Wichtig: Nenne deinen genauen Standort, den Unfallzeitpunkt, den Unfallhergang, die ungefähre Verletzung und die beteiligten Personen. Darüber hinaus ist ein aktuelles Erste-Hilfe-Training immer empfehlenswert.

Freeride in Cadrona Valley

Kann ich mir einen „eigenen“ Park am Berg bauen?

M.Pohl: Ein kontroverses Thema, das man am besten weit entfernt vom öffentlichen Skiraum angeht. Offizielle Skipisten dürfen auf keinen Fall gekreuzt und übersprungen werden oder als Landung dienen. Ansonsten besteht Lebensgefahr für alle Beteiligten. Achte immer auf eine sichere Anfahrt und eine weitläufige Landung, die keine anderen Skifahrer gefährdet. Ein einzelner Kicker ist schnell gebaut, sollte jedoch nach dem Tag wieder abgebaut werden, um keine Nachahmer (v.a. Kinder!) zu animieren. Die Anfahrt und die Landung können über Nacht gefrieren und so unberechenbar werden. Dazu kommen alpine Gefahren - steilere Powderlandungen lösen oft große Lawinen aus, die manchmal eine Verschüttungen verursachen. Mein Tipp: Erfahrungen sammeln, Hirn einschalten und: If in trouble, huck for double!

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