Freeski Tricks

Das kleine Einmaleins der Freeski Schule.
Freeski Tricks

Immer öfter errichten Skigebiete eigene Snowparks, die vor allem Kinder und Jugendliche animieren, den Schritt in neue Gefilde zu wagen. In den Medien erfreut sich der Freestyle Sport immer größerer Aufmerksamkeit. Dies hat mit Sicherheit auch damit zu tun, dass diese Sportart seit etwa vier Jahren olympisch ist. Wie ich selbst bei meinem neunzigjährigem Opa bemerken konnte, ist der Aufschwung dieser Disziplin nicht unbegründet. Gewagte Sprünge und kreative „Moves“ hinterlassen eben Staunen und Begeisterung bei den Zuschauern. Doch wer zum ersten Mal ein solches Event im Fernsehen verfolgt oder sich selbst in einen Snowpark begibt, wird mit ziemlicher Sicherheit am Anfang nur Bahnhof verstehen wenn beschrieben wird, welche Tricks gerade ausgeführt wurden. Daher möchte ich euch hier eine kleine Einführung in die kleine „Ski-Freestyle- Trickkunde“ geben. Um mit Skiern Tricks zu machen stehen Sprünge und Rails zur Auswahl. Auf beide kann man entweder gerade oder rückwärts anfahren. Alle Tricks werden auf Englisch benannt. Bei Sprüngen kann man sich dann entweder nach rechts oder links wegdrehen. Meistens tut man sich auf eine Seite leichter. Diese bezeichnet man dann als seine „natural“ Seite. Die andere Drehrichtung, in die man sich nicht so leicht dreht, nennt man im Gegenzug „unnatural“. Auf den Sprüngen, welche auch Kicker heißen, dreht man sich zwischen 180 und 1800 Grad, was einer halben bis fünf Umdrehungen um die eigene Achse entspricht.

Ich möchte euch hier ein Beispiel bringen: Ein „Switch Right 540“ ist daher ein Sprung bei dem man rückwärts anfährt, sich eineinhalbmal nach rechts dreht und dann gerade in Fahrtrichtung landet und weiterfährt. Doch dem nicht genug. Auf Kickern kann man sich nicht nur gerade um die eigene Achse drehen, sondern auch schräge Rotationen oder Überkopfrotationen machen. Diese werden dann als Cork, Misty, Flatspin, Backflip, Frontflip oder Bio benannt. Bei einem „Left Cork 720“ dreht man sich zweimal links um die eigene Achse und einmal schräg über Kopf. Ein weiterer Punkt, den ich noch nicht angesprochen habe, der aber einen sehr bedeutenden Stellenwert im Freestyle Sport hat, sind Grabs. Bei einem Grab greift man während der Flugphase an verschiedene Stellen am Ski. Gerade bei Contests ist die Bewertung des Tricks stark davon abhängig, ob und wie lange man den Grab gehalten hat. Tail, Nose, Safety, Mute, Octo, Reverse Safety und Seatbelt Grabs stellen dabei nur einige der unzähligen Variationen dar. Wenn ihr euch in diese Thematik weiter einlesen wollt, kann ich auch die SLVSH App ans Herz legen. Da könnt ihr nach Richtung, Umdrehungen, Achse und Grab einen Trick auswählen und bekommt dann eine Auswahl von Videos der Tricks vorgeschlagen. In dieser App findet ihr auch Videos von Railtricks. Wie schon erwähnt kann man auch auf Rails gerade oder rückwärts anfahren. Hier könnt ihr sehen, wie ich auf ein Rail rückwärts anfahre und drauf springe.

Freeski Tricks

Weiter gibt es die Möglichkeit sich auf ein Rail hinauf zu drehen. Das heißt, dass man beispielsweise gerade auf ein Rail hinfährt sich dann 270 Grad dreht und schräg auf dem Rail landet. Weitere solcher Beispiele stellen 450 Grad Drehungen, und 630 Grad Drehungen dar. Diese Drehungen kann man wiederum nach links oder rechts ausführen. Ein „Switch 270 On“ bezeichnet einen Trick, bei dem man rückwärts auf ein Rail anfährt und sich 270 dreht bevor man auf dem Rail landet. Auf dem Rail selbst hat man dann die Möglichkeit einen „Switch Up“ zu machen. Dabei Springt man am Rail kurz ab und dreht sich 180 Grad, so dass man mit dem anderen Bein nach vorne steht. Einige waghalsige Fahrer machen dabei sogar 360 Grad Drehungen auf der Rail. Wenn man nun am Ende des Hindernisses angelangt ist, kann man sich natürlich auch wieder „hinunter drehen“. Hier hat man ebenfalls wieder 270 Grad, 450 Grad, 630 Grad oder mehr zur Auswahl. Hierbei ist nicht die Drehrichtung für die weitere Namensgebung ausschlaggebend, sondern ob man sich über den am Rail stehenden vorderen oder hintern Fuß dreht. Ein „Front 270 Out“ stellt beispielsweise eine 270 Grad Drehung von der Rail dar, bei der man sich über den vorderen Fuß wegdreht. Von diesem Trick habe ich euch eine Sequenz mitgebracht.

Freeski Tricks

Die andere Variante bei der man sich über den hinteren Fuß weg dreht, wird als „Blind 270 out“ bezeichnet, da man hier eine kurze Phase nicht in Fahrtrichtung schauen kann und quasi „blind“ ist. Wenn ihr euch jetzt auf den Weg in den Park macht, um einige dieser Tricks zu üben, kann ich euch noch ein paar Tipps mit auf den Weg geben. Wenn ihr Kicker springen geht, erkundigt euch davor noch einmal in einem Sportgeschäft eures Vertrauens über die richtige Bindungseinstellung. Natürlich ist es wichtig, dass sich eure Bindung bei einem Sturz im richtigen Moment öffnet. Da es jedoch bei der Landung eines Sprunges zu erhöhten G-Werten kommt, kann es auch von Nachteil sein, wenn eure Bindung zu früh öffnet. Besprecht dieses Thema daher noch einmal mit einem Fachmann. Sollet ihr euch an den Rails ausprobieren wollen, kann ich euch empfehlen die Kanten eures Skis von einem Fachmann „brechen“ zu lassen. Dabei wird der Kante etwas an Schärfe genommen und so rutscht ihr leichter über die Rails. Und last but not least – setzt euch einen Helm auf! Das solltet ihr natürlich nicht nur im Park, sondern immer. Ich wünsch' euch ganz viel Spaß! Steffi

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