Sächsische Schweiz: Es muss nicht immer weit weg gehen...

Urlaub verbinden die meisten von uns mit Reisen in die weite Ferne und seit den zahlreichen Billigflieger Angeboten ist es so einfach wie nie, andere Länder zu erkunden. Malle Oneway für'n 10er oder Europas Metropolen für 20-30 Euro - kein Problem, aber muss es immer gleich weit weg sein? Oft genug haben wir die schönsten Schätze direkt vor unserer Haustür.
Wandern in der Sächsischen Schweiz
Photo by Hannes Thun

Ich lebe mitten im Berliner Großstadtdschungel und hier in der Stadt gibt es viel zu entdecken, aber um ehrlich zu sein bin ich froh, den Sommer über am Wochenende aus der Stadt zu kommen. In den letzten 3 Monaten ging es allerdings für mich immer nur Richtung Norden an die Nord- oder Ostsee zum Kitesurfen. Aktuell warte ich aber auf mein neues Material und war deshalb das letzte Wochenende ohne Equipment – warum also nichtmal was anderes machen, Wandern zum Beispiel.

Ein Freund brachte mich auf die Idee in die Sächsische Schweiz zu fahren und ich erinnerte mich an große Werbeplakate einer Tourismus-Kampagne vor ein paar Jahren an den S-Bahnhöfen der Großstadt. „Was? Das ist hier in Deutschland?“, dachte ich mir damals. Die Sächsische Schweiz ist der deutsche Teil des Elbsandsteingebirges in der Nähe von Dresden, direkt an der tschechischen Grenze. Mit rund 200 km Entfernung also perfekt für einen Tagestrip.   

Toller Ausblick: Felsformationen in der Sächsischen Schweiz
Photo by Hannes Thun

JA – so schön kann Deutschland sein. Das Wetter für das Wochenende sah perfekt aus. Rund 20 Grad im Oktober und Sonne waren perfekt für einen Tagestrip ab Berlin nach Sachsen. Mir dem Auto waren wir rund zweieinhalb Stunden unterwegs. Mit der Bahn klappt das Ganze aber auch super.

Erster Anlaufpunkt war der typischen Touri-Spot, die Brücke in Bastei. Leider waren wir erst um 11 Uhr dort, sodass der Ort schon gut gefüllt war. Die Bastei Brücke ist zwar sehr touristisch, aber meiner Meinung nach trotzdem einen kurzen Abstecher wert. Fotoliebhaber sollten wegen des Lichts und der Leute aber deutlich früher anreisen. Von der Landschaft war ich auf jeden Fall absolut begeistert.

Influencerin Ann-Kathrin macht Pause auf der Wanderung in der Sächsischen Schweiz
Photo by Hannes Thun

Anschließend ging es weiter zum Lichtenhainer Wasserfall, was der Startpunkt unserer Route werden sollte. Meine Wanderbegleiter hatte uns eine tolle Route mit allen Highlights der Umgebung zusammengestellt. Geplant war eine Tour von circa 10 km mit reinen vier Stunden Gehzeit. Vor einigen Wochen durfte ich auf dem SportScheck Summit auch in die Berge und habe dort meine ersten Trail Schuhe und Outfit ergattert, die natürlich an diesem Tag richtig eingeweiht werden mussten.

Nun zu unserer Tour: Kurz und knapp – wir haben uns verlaufen! ;) Unsere geplante Tour endete also in einer Freestyle Tour.

Wanderweg in der Sächsischen Schweiz

Inzwischen kennen wir auch unsere Fehler, denn wir sind nicht am Lichtenhainer Wasserfall, sondern am Beuthenfall gestartet, was wir aber erst am Ende der Tour herausgefunden haben. Dadurch sind wir viel zu sehr Richtung Westen abgedriftet und waren nicht auf der geplanten Route. Persönlich finde ich die Wanderwege nicht optimal ausgeschildert und beim nächsten Mal verlasse ich mich nicht mehr auf eine Papierkarte, sondern nutze lieber das GPS vom Handy. Die typischen Karten an Wanderwegabzweigungen mit der „Du bist hier“-Markierung hat gefehlt.

Unsere geplanten Spots sind wir daher nicht abgelaufen, aber kamen durch Zufall zu den Affensteinen und der Schrammsteinaussicht. Unser Fehler hat sich also trotzdem bezahlt gemacht und wir hatten unseren Spaß. Man darf die Wege auf keinen Fall zeitmäßig unterschätzen.

Berge und Natur beim Wandern in der Sächsischen Schweiz
Photo by Hannes Thun

Die Schrammsteinaussicht liegt auf circa 385 Höhenmeter und erinnert mich ein bisschen an das Wandern mit Kletterpassagen in Kapstadt. Belohnt wird man mit einer grandiosen Aussicht.

Trotz des perfekten Herbstwetters, Wochenende und Ferienzeit in einigen Bundesländern war es recht leer. Die Ruhe im Wald, das Rauschen der Bäume mit faszinierenden Felsformationen zwischendrin.

Anschließend sind wir über die „Starke Stiege“ und den „Carolafelsen“ zurück zum Beuthefall gewandert. Insgesamt waren wir knapp 4 Stunden unterwegs und haben 30.000 Schritte zurückgelegt. Unsere angepeilten Fotospots werden wir definitiv beim nächsten Mal in 2019 erkunden.

Die Sächsische Schweiz bietet unfassbare vielseitige Felstürme, die aus dem Nichts plötzlich vor einem stehen. Zerklüftete Sandsteinblöcke, Felsentore und -fenster, senkrechte Wände, zerfurchte Gipfel, Felswaben und –simse und das Elbtal, so ist für jeden was dabei. Auch Kletterer kommen hier nicht zu kurz. Der Trip hat sich definitiv gelohnt und ich kann es jedem als Tagestrip (von Berlin, Leipzig, Dresden etc) empfehlen. Mir war nicht bewusst, dass wir so geile Ecken in Deutschland haben.

Dieser Beitrag ist in freundlicher Zusammenarbeit mit Ann-Kathrin entstanden.

Outfit zum Wandern in Deutschland
Photo by Hannes Thun
Wandern in der Sächsischen Schweiz macht sichtlich Spaß
Photo by Hannes Thun
Diese Beiträge könnten dich auch noch interessieren


Error: Unknown module type: POPUP