Wie Rechnen deine Balance verbessert

Kopfrechnen mal anders
Sensomotorisches Training

Unser ganzes Leben ist Bewegung und ständig ist unser Körper damit beschäftigt, das Gleichgewicht zu halten. Diesen Vorgang könnt ihr euch wie eine mathematische Gleichung vorstellen: Auf der einen Seite der Gleichung stehen die Umwelteinflüsse, beziehungsweise die Situation, in die ihr euren Körper bringt. Auf der anderen Seite der Gleichung stehen die ausgleichenden Bewegungen, die wir ausführen müssen, um nicht umzufallen. Um diese Rechnung erfolgreich zu lösen, stehen uns Sinnesorgane zur Verfügung. Sie teilen blitzschnell unserer Rechenzentrale (dem Gehirn) mit, in welcher Position sich unser Körper gerade befindet. Zu ihnen zählt unser Geleichgewichtssinn im Ohr, das Auge, unzählige Drucksensoren auf unserer Haut, Drucksensoren in unseren Gelenken und unsere Muskulatur. Das Gehirn verarbeitet die Informationen der Sinnesorgane weiter und versucht, mit ausgleichenden Bewegungen die Rechnung zu lösen und so in Balance zu bleiben. Dieser Vorgang wird in nur einer Sekunde unzählige Male wiederholt. Das kannst du dir wie einen unaufhörlichen Feedbackzyklus vorstellen. Jeder von uns weiß wie schnell man aus der Übung kommt, wenn man nicht regelmäßig kopfrechnet. Und so ist es auch mit unserer Balance. Nur wer sich ständig neuen und herausfordernden Gleichgewichtsübungen stellt, wird schnell und sicher diese Aufgaben lösen können. Es ist schon klar, dass man dieses außerordentliche Gleichgewichtsgefühl nicht jeden Tag braucht. Doch gerade in Extremsituationen und bei vielen Sportarten entscheidet eine schnelle Reaktion darüber, ob man stürzt oder eine Verletzung gerade noch abwenden kann.

Beinrechnen

Um euch täglich neuen Übungen zu stellen, habe ich eine paar Tipps und Vorschläge mitgebracht. Zum Einstieg stellt euch am besten einfach auf ein Bein. Versucht dabei den Po und die Rumpfmuskulatur anzuspannen um stabil zu stehen und nicht in ein Hohlkreuz zu fallen. Die Arme könnt ihr entweder zu den Seiten weg strecken oder an die Hüfte geben.

Um die Rechenaufgabe zu erschweren, könnt ihr versuchen euren Blick zur Decke zu richten. Sollte dies kein Zittern in den Beinen auslösen, dann schließt eure Augen. Eine weitere Erschwerung würde eine gezielte Bewegung des Kopfes bringen. Führt die Übungen maximal 30 Sekunden aus und wechselt dann das Bein oder erschwert die Übung mit einem Balancepad oder anderen instabilen Untergründen. Man kann auch einfach eine Gymnastikmatte oder ein Handtuch zusammenrollen und sich drauf stellen. Wer schon geübt ist, kann darauf Kniebeugen oder 180 Gradsprünge ausführen. Diese Übungen könnt ihr immer durch geschlossene Augen oder einen Blick an die Decke erschweren. Grundsätzlich geht es nicht darum, eine Übung perfekt zu beherrschen. Es ist viel wichtiger, sich vielen unterschiedlichen Aufgaben zu stellen um ein Zittern herbeizuführen. Seid also ruhig kreativ und tobt euch aus. Versucht während der Übung zu jonglieren, ein Wort rückwärts zu buchstabieren oder Bälle gegen eine Wand werfen.

Rumpfrechnen

Um den Rumpf zu trainieren, könnt ihr einen Gymnastikball verwenden. Setzt euch drauf und versucht, die Füße vom Boden zu lösen. Haltet die Spannung im Bauch und gleicht mit euren Armen und Beinen die Bewegungen des Balles aus. Wenn euch das zu langweilig ist, könnt ihr versuchen langsam und kontrolliert soweit wie möglich auf den Rücken zu rollen. Der Versuch zählt erst dann als geglückt, wenn ihr es auch wieder zurück in die Ausgangsposition schafft, ohne vom Ball zu fallen.

Sensomotorisches Training

Eine weitere Übung mit dem Gymnastikball fordert die Rumpf-Bein- Stabilität. Dafür legt euch mit dem Rücken auf den Boden und positioniert eure Füße auf dem Gymnastikball. Die Arme könnt ihr dafür im 90-Grad Winkel zum Körper ablegen. Jetzt hebt eurer Becken an und bringt es in eine Linie mit den Füßen und Brustbein. Spannt euer Gesäß, den Rumpf und den hinteren Oberschenkel gut an, um für Stabilität zu sorgen.

Sensomotorisches Training

Um die Übung zu erschweren, könnt ihr eure Arme vom Boden abheben und vor eurer Brust verschränken. Bei einer anderen Variation der Übung hebt ihr abwechselnd das rechte und linke Beim vom Ball ab und führt es seitlich am Ball vorbei in Richtung Boden und setzt ihn dann wieder am Ball ab. Achtet dabei immer darauf, dass euer Körper in einer Linie bleibt. Auch bei dieser Übung könnt ihr die Augen schließen, um euch herauszufordern.

Sensomotorisches Training

Viel Spaß beim Rechnen!

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