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1. KAUFKRITERIEN

Die Auswahl eines Zeltes hängt von den individuellen Ansprüchen ab. Eines für alles gibt es nicht. Der überwiegende Einsatzzweck und der Preis bestimmen im Wesentlichen die Zeltkonstruktion.

Einsatzzweck und wichtige Anforderungen

  • Extremeinsatz: Robustheit, Stabilität
  • Trekking: Gewicht, Konstruktion
  • Einsatz im Hochgebirge: UV-Beständigkeit, Material
  • Großraum/Familienzelte: Aufenthalts-, Kochmöglichkeit für Schlechtwetterperioden, Stehhöhe

Grundlegende Auswahlkriterien

  • Raumangebot: Wie vielen Personen soll das Zelt Platz bieten?
  • Wochenendtouren oder länger?
  • Zelttransport: Rücken, Fahrrad/Motorrad, Boot, Auto etc. Dementsprechend auf Gewicht und Packmaß achten
  • Reiseziel: Warme oder kalte Gegenden, nass oder trocken, windig, stürmisch (Konstruktion)

Kaufberater Zelt

Zelte bei SportScheck

Gut ausgerüstet auf den nächsten Camping-Trip. Bei der Auswahl von SportScheck findest du das richtige Modell vom Tunnelzelt, Familienzelt, Kuppelzelt, Lagerzelt bis hin zur Strandmuschel.

Zu den Zelten

Großraum/Familienzelt

  • Konstruktion: Tunnel oder Kuppelzelt bzw. die Kombination aus beidem.
  • Vorteile: Beste Raumausnutzung durch großflächige Apsiden/Aufenthaltsbereiche, Stehhöhe und getrennte Schlafkabinen. Farblich gekennzeichnete Gestängeführungen am Außenzelt. Innenzelt/Schlafkabinen werden in das selbsttragende Außenzelt eingehängt.

 

Trekkingzelt

Ideal für Rucksacktourismus jeder Art. Die kompakten Fliegengewichte bieten ein überragendes Raum-Packmaß-Verhältnis. Mittels Gummizug verbundene Gestänge machen Auf- und Abbau zum Kinderspiel.

    Konstruktion: Die Form (Kuppelzelt, Tunnelzelt) und die Konstruktion (Gestänge außen- oder innenliegend; einwandig oder doppelwandig) haben entscheidenden Einfluss auf den Anwendungsbereich.

 

Doppelwändige Zelte

Die gängigste Konstruktion. Ein wasserdichtes Außenzelt kombiniert mit einem atmungsaktiven Innenzelt.

 

Vorteil

In Verbindung mit Belüftungsöffnungen am Außenzelt gute Belüftung. Kondensat schlägt sich nur am Außenzelt nieder, das Innenzelt bleibt trocken. Darüber hinaus isoliert diese Bauweise zusätzlich durch die Luftschicht zwischen Innen- und Außenzelt.

2. VOR- UND NACHTEILE DER ZELTTYPEN

Die einzelnen Zeltformen unterscheiden sich vor allem im Verhältnis Bodenfläche/Nutzfläche. Die nutzbare Fläche wird in 40 cm Höhe gemessen. Daneben unterscheiden sie sich unter anderem in der Zahl der zum Aufstellen benötigten Heringe.

  • Kuppelzelt: Freistehend, schneller Aufbau, windstabil, benötig wenig Abspannung.
  • Tunnelzelt: Nicht freistehend; muss in Längsrichtung abgespannt werden; optimale Raumnutzung wegen der fast senkrechten Seitenwände; Aufbau ist aufwändiger als beim Kuppelzelt; zusätzliche Gestänge verbessern die (Wind-)Stabilität.
  • Spezialformen: Neben den o.g. Zelttypen gibt es noch besondere Formen für spezielle Einsatzzwecke, wie z.B. Einbogen-Zelte (besonders leicht), Pyramidenzelte (große Grundfläche) oder Mischformen, sog. Hybrid-Zelte.

Zelttypen

3. MATERIALIEN AUSSENZELT

Neben der Form und Konstruktion sind vor allem auch die verwendeten Materialien und die Ausstattungsdetails eines Zeltes wichtige Auswahlkriterien.

Außenzelt

  • Baumwolle (unbeschichtet): Wird nur noch selten verwendet. Baumwolle ist atmungsaktiv und sorgt für ein angenehmes Klima. Nachteile: Baumwolle ist schwerer und pflegebedürftiger als Kunstfasern, dehnt sich bei Nässe, trocknet langsam und kann verrotten (bzw. schimmeln).
  • Baumwollmischgewebe, PU-beschichtet: Verbindet die Vorteile der Baumwolle mit denen synthetischer Stoffe. Nachteil: relativ schwer und teuer.
  • Nylon (Polyamid): Leichtes synthetisches Gewebe mit hoher Reiß- und Scheuerfestigkeit. Im Vergleich zu Polyester (s.u.) dehnt sich Nylon bei Nässe aus (Zelt muss nachgespannt werden) und ist weniger UV-resistent. Allerdings ist Nylon etwas leichter als vergleichbare Polyesterqualitäten.
  • Polyester: Leichtes synthetisches Gewebe mit hoher Reiß- und Scheuerfestigkeit, zudem UV-beständig und dehnt sich bei Nässe nicht aus. Ripstop-Varianten mit regelmäßig eingearbeiteten stärkeren Kette und Schussfäden verbessern die Reiß- und Weiterreißfestigkeit.
  • Synthetikfasern: werden in verschiedenen Qualitäten und Varianten hergestellt. Die Stoffqualität wird bestimmt durch die Fadenstärke in „Denier“ oder „tex“ (1 Denier : 1 Gramm pro 9000 m, tex: 1 Gramm pro 1000 m ) und die Anzahl der verwobenen Fäden „T“ (Threadcount: Summe der verwobenen Fäden in Kette und Schussrichtung pro Quadrat-Inch). Ripstop-Varianten mit regelmäßig eingearbeiteten stärkeren Kette und Schussfäden verbessern die Reiß- und Weiterreißfestigkeit.

Material Zelt

Beispiel:

  • Ein 70D/190T Material ist aus Fäden mit einem Fadengewicht von 70D (Denier) gewebt, wobei die Summe der in Kette und Schussrichtung verwobenen Fäden bei ca. 190 Stück pro Quadrat Inch (1 Inch = 2,54 cm) liegt.
  • Je fester (dicker) der verwobene Faden ist bzw. je mehr Fäden insgesamt verwoben werden, desto reißfester und stabiler, aber auch schwerer (Flächengewicht g/m2) ist das Material.
  • 70D/190T Polyester ist ein bewährter Außenzeltstoff für Allround-Zelte.
  • Bei Leichtzelten werden Fäden mit einem niedrigeren Fadengewicht und mehr Fäden/Quadrat-Inch verwendet. z.B. 40D/238T.
  • Bei Zeltböden wird eine verstärkte Variante des Außenzeltstoffs eingesetzt: 70D/210T.

4. MATERIALIEN INNENZELT

Material Innenzelt

Innenzelt-Materialien sind unbeschichtet, damit Feuchtigkeit entweichen kann. Meist werden leichte, atmungsaktive Gewebe eingesetzt wie z.B. unbeschichtetes Nylon- oder Polyestergewebe, Baumwolle/Polyester (TC = Mix aus 35% Baumwolle + 65% Polyester)

  • T/C: Vorteil: angenehmes Innenzeltklima. Nachteil: etwas schwerer und trocknet durch den Baumwollanteil langsamer als synthetische Stoffe. Wenn das Zelt feucht verpackt und nicht gründlich getrocknet wird besteht Verrottungsgefahr.
  • Polyester oder Nylon: Es gibt auch von Polyester Ripstop-Varianten mit regelmäßig eingearbeiteten stärkeren Kette und Schussfäden zur Erhöhung der Reiß- und Weiterreißfestigkeit.
  • Moskitonetz: Innenzelte aus reinem Moskitonetz sind leicht und luftdurchlässig, aber eher für warme Gebiete geeignet, da auch Wärme sehr schnell entweicht.

Damit Innenzelt und Außenzelt bezüglich Luftaustausch und Feuchtigkeit gut zusammenspielen, muss alles richtig aufgebaut und straff abgespannt sein.

5. WASSERDICHTIGKEIT / WASSERSÄULE

Wasserdichtigkeit bei Zelten wird als Wassersäule angegeben. Beim Materialtest wird Stoff unter einen Messzylinder gespannt. Der Zylinder wird mit Wasser gefüllt. Der Grenzwert, bei dem das Wasser beginnt, sich tröpfchenweise durch das Material zu drücken, bezeichnet die Wassersäule. Ab einer Wassersäule von 1.500 mm gilt ein Zeltstoff nach DIN-Norm als wasserdicht.

Wasserdichtes Zelt

6. BESCHICHTUNGEN

Mit Ausnahme von Baumwolle (bei Nässe quellen die Fäden auf, die Baumwolle verdichtet sich und die Zwischenräume im Gewebe schließen sich) werden Stoffe erst durch eine zusätzliche Beschichtung wasserdicht, verlieren dabei aber die Atmungsaktivität.

 

  • Acryl: Vorteil: preisgünstig. Nachteil: der Stoff wird laut und knistert, geringe Elastizität/Flexibilität. Die Beschichtung kann sich vom Gewebe lösen und ist deshalb nicht sehr haltbar. Nur relativ niedrige Wassersäulen. Wird meist für sehr billige Zelte verwendet.
  • Silber: Eine Acryl- oder PU-Beschichtung der silberfarbene Pigmente beigemischt werden. Angeblich bessere Wärmereflexion kann nicht bestätigt werden. Silber-beschichtete Zelte sind in der Regel innen dunkler.
  • Polyurethan (PU): Vorteil: haltbar und kältebeständig. Die PU-Masse wird als dünne Schicht auf den Stoff aufgetragen. Je nach Wassersäule variiert die Dicke der PU-Schicht (gemessen in g/m2), bzw. wird die PU-Beschichtung sogar in mehreren Schichten aufgetragen. So lassen sich Wassersäulen zwischen 800 mm und 10.000 mm realisieren. Mit entsprechenden PU-basierten Nahtdichtungsbändern können PU-beschichtete Zelte komplett nahtversiegelt werden und sind 100% wasserdicht.
  • Silikon: Im Gegensatz zu anderen Beschichtungen erhöht das Silikonisieren die Rei&szling;festigkeit und den UV-Schutz des Gewebes und wird daher insbesondere bei Zelten aus sehr dünnen, leichten Hochleistungsstoffen eingesetzt. Silikon-beschichtete Zeltstoffe können in der Regel konstruktionsbedingt nicht mit Nahtdichtungsbändern abgeklebt werden. Die Nähte müssen mit Nahtdichter behandelt werden.

7. ZELTBODEN

Zeltboden

In punkto Strapazierfähigkeit und Wasserdichtigkeit werden an den Zeltboden höhere Anforderung als an das Außenzelt gestellt. Da der Boden wesentlich höheren mechanischen Belastungen ausgesetzt ist. Alleine das Knien im Innenzelt erzeugt hohen punktuellen Druck. Im Übrigen sollte der Zeltboden an den Seiten mindestens 10cm hochgezogen sein.

Verwendetet Materialien:

  • PE (Polyethylen): Vorteile: extrem widerstandsfähig, reißfest und wasserdicht, sehr gutes Preis-Leistungsverhältnis. Nachteil: relativ hohes Gewicht und Packmaß.
  • Polyester/Nylon: Vorteil: Leicht, kleines Packmaß. Nachteil: nicht ganz so robust wie PE.

Zeltunterlage:
Eine Zeltbodenunterlage schützt den Zeltboden vor Schlamm, spitzen Steinen, Zweigen, Dornen, Wassereinbruch usw. Bei entsprechender Größe bleibt auch das Gepäck in den Apsiden trocken.

Verarbeitung:
Nähte sind potenzielle Schwachpunkte. Bei qualitativ hochwertigen Zelten hat sich die Doppelsteppstich-Kappnaht durchgesetzt. Beide Säume werden ineinander verhakt und durch zwei parallele Nähte verbunden. Die Naht läuft durch 4 Gewebeschichten. Die Nähte werden zusätzlich mit einem Nahtband versiegelt. Innenzelt-Aufhängepunkte werden speziell abgedichtet (Flap Tape-System). Alle Stresspunkte werden entweder durch Riegelnähte oder durch einen Rückstich zusätzlich gesichert.

Kondensation:
Kondenswasserbildung lässt sich durch ausreichende Belüftung reduzieren. Auch unter der Liegematte kann Feuchtigkeit kondensieren (kein Indiz für einen undichten Zeltboden!).

Gestänge:
Je nach Zelttyp und Preislage werden unterschiedliche Materialien verwendet.

  • Glasfibergestänge: Vorteil: preiswert und stabil. Nachteil: schwerer als Alu. Die Segmente sind mit Gummizügen verbunden.
  • Alugestänge: Vorteil: langlebig und stabil. Nachteil: teurer als Glasfiber. Die Segmente sind mit Gummizügen verbunden. Tipp: Um die Spannung des Gummizuges so gering wie möglich zu halten, sollten die Segmente in der Mitte beginnend, parallel geklappt werden.

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AUF- UND ABBAU

Aufbau-Variante 1:
Erst Innenzelt, dann Außenzelt. Vorteil: einfach, Innenzelt kann auch solo als Moskitoschutz verwendet werden und hat beim Abbau mehr Zeit zum Trocknen (s. Kondensfeuchtigkeit). Nachteil: Aufbau bei Regen problematisch, da das Innenzelt feucht wird. Daher ideal für warme und trockene Gegenden.

Aufbau-Variante 2:
Außenzelt aufbauen, Innenzelt einhängen oder gleichzeitiger Aufbau von Außen- und eingehängtem Innenzelt.

Abbau

So wenig Falten, wie möglich (Knickbelastung). Besser: Rollen! Innenzelt: nass auf nass, schmutzig auf schmutzig falten (Zeltboden).

Tipp:

Das Auf- und Abbauen sollte vorab geübt werden, damit das Rucksackhotel auf Tour auch unter widrigen Bedingungen oder bei Dunkelheit schnell auf-/abgebaut werden kann. Zudem können zu diesem Zeitpunkt fehlende Heringe bzw. Abspannleinen noch ergänzt werden.

Zelt aufbauen und abbauen

Das passende Zelt für den nächsten Camping-Urlaub

9. ZELTPFLEGE UND LAGERUNG

Das Zelt auf Tour nach Möglichkeit nicht nass verpacken. Nach der Tour das Zelt gut durchtrocknen. Schäden VOR dem Einlagern beseitigen. Das Zelt nicht in der Waschmaschine waschen. Schmutz mit feuchtem Lappen oder Schwamm entfernen. Kein Reinigungsmittel, Waschmittel, Fleckenwasser o.ä. verwenden.

Das Zelt sollte möglichst nicht im Packsack, sondern locker zusammengelegt, an einem nicht zu heißen und luftigen Ort, gelagert werden.

Fazit: Das braucht dein neues Zelt

  • solide verarbeitet, abgeklebt Nähte
  • stabiles Gestänge
  • ausreichende Liegelänge bzw. Sitzhöhe
  • einwandfreie Funktion der Reißverschlüsse
  • wenig Bodennähte
  • wannenförmiger, hochgezogener Innenzeltboden
  • ausreichend Abspannmöglichkeiten (Sturmabspannungen)
  • genügend Stauraum in den Apsiden
  • Lichtverhältnisse im Innenzelt
  • regensichere Eingänge
  • sinnvoll angebrachte, funktionale Belüftungsklappen

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