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LVS-Training

Sobald du die markierten Pisten der Skigebiete verlässt, befindest du dich im alpinen Gelände und solltest dir der Gefahren, die dich hier erwarten, bewusst sein.
Was gehört zu meiner LVS-Ausrüstung?
Wie funktioniert ein LVS-Gerät?
Der richtige Umgang mit dem LVS-Gerät
LVS-Suchphasen

LVS-Training - Übung macht den Meister

Der richtige Umgang mit dem LVS Gerät ist das A und O, um einen Verschütteten schnell bergen zu können. Da reicht es nicht, wenn zu Weihnachten der Pieps unter dem Christbaum liegt und man nicht weiß, wie man ihn richtig anwendet. Aus diesem Grund bieten viele Veranstalter, darunter auch die Vivalpin Skischule, spezielle LVS-Trainings an. Hier lernst du die Theorie und die dazugehörige Praxis.

Mithilfe erfahrener Bergführer lernst du dein LVS-Gerät kennen und kannst dich in Ruhe damit vertraut machen. Du lernst die Einfach- und die Mehrfachverschütteten-Suche. Es werden spezielle Platten im Schnee vergraben, die der Bergführer mit einer Fernbedienung live schalten kann. So kann er die Verschüttung von bis zu sechs Personen simulieren und du kannst den Ernstfall proben.

Was gehört zu meiner LVS-Ausrüstung?

LVS-Set

Zu einer ordentlichen Freeride- oder Tourenausrüstung gehört auf jeden Fall ein sogenanntes LVS Set. Es besteht aus einem LVS-Gerät, gerne auch Pieps genannt, einer Lawinensonde und einer Schaufel. Mit einem solchen Set kannst du im Ernstfall einer abgegangenen Lawine schnell nach Verschütteten suchen und andersherum, sollte dich eine Lawine erwischen, kannst du mittels des LVS-Geräts geortet werden.

Sie unterscheiden sich in kleinen Features und vom Handling her. Probiere aus und teste, was dir am besten liegt. Eins haben die Geräte europaweit alle gemeinsam, die Frequenz liegt bei 457 kHz. Durch die Norm kannst du dir sicher sein, dass dein Gerät auch in Frankreich oder der Schweiz funktionieren wird. Außerdem wird heutzutage auf einen Standard von 3 Sendeantennen gesetzt, der die Suche erleichtert und beschleunigt. Ein altes Modell mit 2 Antennen ist nicht zu empfehlen.

Bei der Schaufel solltest du darauf achten, dass du den Griff gut mit Handschuhen halten kannst und dass das Schaufelblatt aus Metall ist. Bei einem Lawinenabgang wird der Schnee stark komprimiert und kann sehr fest sein. Ein Schaufelblatt aus Plastik hält das unter Umständen nicht aus.

Lawinenrucksack

Zusätzlich zu diesem Set sieht man immer mehr Freerider und Tourengeher mit sogenannten ABS-Rucksäcken. Von außen sieht der Rucksack eigentlich ziemlich normal aus. Vielleicht an der ein oder anderen Stelle zusätzlich verstärkt durch Metallschlaufen. Im Ernstfall kannst du mittels eines Auslösers am linken Rucksackträger eine Gaskartusche aktivieren. Der Inhalt bläst dann eine Art Ballon auf, der sich aus dem Rucksack stülpt.

Nein, es ist nicht dafür gedacht, dass du vor der Lawine davon fliegst. Durch den Ballon vergrößert sich dein Volumen und du bleibst weiter oben in der Lawine und kannst so unter Umständen schneller gefunden werden. Du kannst es dir ähnlich, wie in einem Glas mit Müsli vorstellen. Schüttelst du das Glas ein wenig, wirst du sehen, dass sich die kleinen Teile unten ablagern, die großen weiter oben. Der ABS Rucksack soll also dafür sorgen, dass wir zu den Nüssen und getrockneten Bananen in der Lawine gehören.

Es gibt verschiedenen Systeme, in welcher Form sich der Ballon aufbläst. Einige legen sich wie ein großes Kissen um deinen Kopf. Das soll deinem Kopf einen zusätzlichen Schutz bieten, da du beim Sturz in einer Lawine leicht auch auf Steine, Felsen oder Abhänge treffen kannst.

Lawinenausrüstung

Hier findest du LVS-Sets, LVS-Geräte, Lawinenrucksäcke, Lawinensonden, Lawinenschaufeln, Erste Hilfe Sets und Biwaksäcke.

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Wie funktioniert ein LVS-Gerät?

Partnercheck

Er ist wichtig, um die Funktionalität des LVS-Geräts zu prüfen.
Er funktioniert folgender Maßen:

  • alle Beteiligten schalten ihre Geräte ein, auf den Modus „Senden“
  • wählt einen aus, der sein LVS-Gerät auf „Suchen“ umschaltet
  • der „Suchende“ entfernt sich ein paar Meter von der Gruppe
  • alle fahren langsam und mit ein bisschen Abstand am Sender vorbei
  • Bekommt er ein Signal von deinem Gerät ist der nächste an der Reihe
    vergesst nicht, den „Suchenden“ anschließend auch zu prüfen

Ein LVS-Gerät verfügt über zwei unterschiedliche Betriebsarten. Du kannst es jederzeit von „Senden“ auf „Suchen“ stellen. Beide Modi gleichzeitig zu aktivieren ist nicht möglich.

Im Sendemodus strahlt das LVS-Geräte regelmäßig schwache Funksignale aus, die von anderen LVS-Geräten im Suchmodus geortet werden können. Sobald dein Pieps dann ein Signal von einem anderen LVS-Gerät empfängt, macht es sich durch piepsen bemerkbar. Es erscheinen Pfeile auf deinem LVS-Gerät, die dir anzeigen, in welcher Richtung der Verschüttete liegt. Im ersten Moment hört es sich vielleicht so an, als ob man nur den Pfeilen nach läuft und zack hat man den Verunglückten gefunden. So einfach ist es leider nicht, es gibt allerhand zu beachten und viele Sonderfälle. Zum Beispiel, wie suche ich mit mehreren Leuten einen oder wie suche ich allein mehrere Verschüttete. Hier hat jedes Gerät seine besonderen Funktionsweisen, mit denen du dich unbedingt vertraut machen musst. Es gibt zahlreiche verschiedene Hersteller, die LVS-Geräte herstellen.

Der richtige Umgang mit dem LVS-Gerät

In den ersten 15 Minuten ist die Überlebenswahrscheinlichkeit eines Verschütteten in einer Lawine am höchsten. Nach dieser Zeit sinkt die Chance einen Überlebenden zu bergen rapide. Umso wichtiger ist es also, dass du nicht nur das passende Equipment im Rucksack bzw. am Körper hast, sondern dass du im Ernstfall auch weißt, wie du dich verhalten musst und wie man mit einem LVS-Gerät richtig sucht.

Es bietet sich wirklich an, unter dem Jahr das LVS Gerät mal auszupacken und sich immer mal wieder damit zu beschäftigen. Ihr habt nach eurer Skitour ein wenig Zeit oder sitzt irgendwo gemütlich im Backcountry bei eurer Brotzeit, dann schnappt euch euer LVS Gerät, Schaufel und Sonde und grabt im sicheren Gelände einen versteckten Pieps aus.

Nur durch ausreichend Übung kann sich so etwas wie Routine einstellen. Wir alle hoffen, dass wir nie in eine ernste Situation kommen werden, aber wenn sollten wir vorbereitet sein.

Was gehört zu einer LVS Ausrüstung:

  • Lawinen-Schaufel
  • Lawinensonde
  • Pieps bzw. LVS-Gerät
  • Erste-Hilfe-Set
  • Biwaksack
  • Handy, um einen Notruf absetzen zu können

LVS-Suchphasen

1. Grobsuche

Du musst dein LVS Gerät von „Senden“ auf „Empfangen“ stellen. Die Suche beginnt im oberen Kegel der abgegangenen Lawine bzw. gehst du von dort, wo die verschüttete Person zuletzt gesehen wurde, bergab. Bist du allein, gehst du den Hang zügig in Serpentinen ab, bis dein Gerät ein Signal empfängt.

Behalte aber den Überblick und schaue nach offensichtlichen Anzeichen, wie einem Ski, einem Rucksack oder auch einer Hand im Lawinenkegel. Sind mehrere Retter vor Ort, läufst du den Kegel in einer geraden Linie ab. Empfängst du oder einer der Helfer ein Signal, beginnt die Feinsuche.

2. Feinsuche

Nimm jetzt das Tempo raus und folge langsam den Pfeilen auf deinem LVS-Gerät. Bist du auf zwei bis drei Meter am Signal dran, beginnst du mit der Punktortung.

Du musst nun das LVS Gerät nah über dem Boden auf einer imaginären Achse bewegen. Nimm dazu deine Skistöcke zu Hilfe. Achte darauf, das LVS Geräte nicht zu drehen und möglichst waagerecht über dem Schnee zu bewegen.

Hast du auf der einen Achse das stärkste Signal gefunden, bewegst du das LVS Gerät noch einmal entlang der anderen Achse um den Punkt mit dem geringsten Abstand zu finden.

3. Sondieren und Bergen

Nachdem du den Punkt mit dem stärksten Signal gefunden und markiert hast, kannst du mit dem Sondieren beginnen. Starte von innen nach außen auf deiner Suchachse und „stochere“ nach dem Verschütteten.

Ob es ein Stein oder ein Mensch ist, wirst du merken. Hast du den Verunglückten ertastet, verliere keine Zeit mehr und beginne mit dem Ausgraben. Achte darauf, talabwärts zu schaufeln, um dir den Schnee leichter aus dem Weg zu schaffen.

Seid ihr mehrere Helfer, bildet ein V. Der erste vorne schaufelt, die anderen stehen leicht versetzt und schaffen den Schnee beiseite. Wechselt euch häufig ab, da das Schaufeln anstrengend ist.

  • lvs-ausruestung
    LVS-Ausrüstung: LVS-Gerät, Lawinensonde und Schaufel
  • lvs-training-grobsuche
    Grobsuche: Stelle dein LVS Gerät von „Senden“ auf „Empfangen“.
  • Grobsuche: Starte deine Suche im oberen Kegel der abgegangenen Lawine bergab.
  • lvs-training-feinsuche
    Feinsuche: Folge langsam den Pfeilen auf deinem LVS-Gerät.
  • feinsuche-lvs-training
    Feinsuche: Bewege bei der Punktortung das LVS Gerät nah über dem Boden auf einer imaginären Achse.
  • lvs-training-sondieren
    Sondieren: Nachdem du das stärkste Signal gefunden hast, beginne von innen nach außen auf der Suchachse mit dem Sondieren.
  • lvs-geraet-mehrfachsuche
    LVS-Gerät für die Mehrfachsuche

Pieps DSP Sport und DSP Pro

Pieps DSP Pro

Das DSP Pro ist der Ferrari unter den LVS-Geräten. Gar nicht mal vom Preis her, hier bewegt er sich mit rund 330€ im Rahmen. Was technische Werte und Handhabung angeht, gibt es kein besseres LVS-Gerät.

Mit 60m kreisförmiger Reichweite ist der Radius weit. Mindestradius bei LVS-Geräten beträgt 20m.
Das DSP Pro verfügt aber zusätzlich noch eine Scanfunktion mit der der ganze Empfangsbereich nach Verschütteten abgesucht werden kann. Das erleichtert die Mehrfachverschüttensuche enorm.
Ein weiteres Feature ist der Bewegungssensor, der beim Gehen die iProbe Funktion ausschaltet. Das schont die Batterien und das Gerät kommt so auf eine Batterielebensdauer von mindestens 400h.

PIEPS iPROBE

Mit der iProbe Funktion verbindet sich das DSP Pro mit der PIEPS iPROBE ONE. Die Sonde hat einen elektronischen Empfänger an der Spitze und unterstützt dich beim Sondieren, indem sie Signale an den Lawinenpiepser schickt und so die Position des verschütteten LVS-Geräts schneller lokalisiert. Laut Pieps bringt es dir bei der Fein- und bei der Punktsuche eine Zeitersparnis von 60%.

Ist das Gerät zu lange im Suchmodus und bewegt sich nicht, stellt es sich automatisch wieder in den Sendemodus. Im Falle der Verschüttung des Retters in einer Nachlawine lebenswichtig.
Mit dem DSP Pro ist es möglich, die Frequenz anderer LVS-Geräte zu überprüfen. Weicht eins von den üblichen 457kHz ab, gibt es ein Lautsignal ab.
Ein Hangneigungsmesser ist bereits integriert.
Das DSP Pro unterstützt die Pieps TX600 Technologie. Tiere oder Ausrüstung können mit einem kleinen Sender ausgestattet werden, der außerhalb der Norm EN300718 sendet. Das DSP Pro empfängt dieses Signal.

Pieps DSP Sport

Für Tourengeher und alle, die sich in ihrer Freizeit gerne im Schnee aufhalten ist das DSP Sport ein super Gerät. Ein paar Features fehlen zur Pro-Version. Die Auffindbarkeit und auch die Suche sind bei beiden Geräten einwandfrei. Preislich ist es ein wenig günstiger als das DSP Pro. Es liegt bei etwa 290Euro.

Die maximale kreisförmige Reichweite liegt beim DSP Sport bei 50m.
Das drei Antennensystem ermöglicht eine punktgenaue Ordnung des Verschütteten.

Pieps DSP Pro Sport
Pieps DSP Pro und Pieps DSP Sport