Radsport 

Ein kluger Kopf trägt Fahrradhelm – so findest du das richtige Modell


Safety first. Ein Fahrradhelm schützt und ist weit mehr als ein lästiges Accessoire. Wir zeigen dir, worauf du beim Kauf des passenden Helms achten solltest.

AM 03.06.2022 

Fahrradhelm Uvex

Die Zeiten, in denen ein Fahrradhelm ein unförmiger Klotz auf dem Kopf des Radlers war, sind zum Glück lange vorbei. Mittlerweile gibt es viele stylische Modelle, die zu dir und deinem Rad-Stil passen und dennoch vor allem eines tun: dich schützen. Doch worauf muss man eigentlich achten, wenn man sich zum Kauf eines Fahrradhelms entscheidet? Welche Kriterien sind wichtig? Wir verraten es dir.

Optik ist schick

Mehr aber auch nicht. Deshalb ist sie zwar nicht unwichtig bei der Wahl deines Helms, aber sie sollte weder das einzige noch das wichtigste Auswahlkriterium sein. Dennoch: Der Helm muss gefallen, sonst setzt man ihn nicht auf.

DIN Norm, Helmpflicht & Unfall-Statistiken

Wie so vieles (zum Glück) sind auch Fahrradhelme, die in der Europäischen Union verkauft werden, genormt und müssen hohe Material- und Sicherheitsstandards erfüllen. Konkret heißt das, sie müssen sich einem umfangreichen Testverfahren inklusive Crash-Test unterziehen und nur wer hier besteht, erhält die DIN EN 1078 (1079 für Kinderhelme). Achte beim Kauf also unbedingt auf den Hinweis zur DIN Norm. Ansonsten: Finger weg! Ein weiteres bekanntes Sicherheits-Siegel ist das Zeichen für geprüfte Sicherheit (GS).

Fahrrad fahren mit Helm

In Deutschland gibt es übrigens bislang keine Helmpflicht. Auch für Kinder nicht. Im Rahmen der Diskussion zur Helmpflicht wird auch immer wieder die Wirksamkeit von Fahrradhelmen diskutiert. Studien zeigen, dass ein Helm das Verletzungsrisiko bei einem Aufprall auf die Stirn um 90 Prozent verringert. Bei einem Aufprall im Schläfenbereich sinkt das Verletzungsrisiko allerdings nur um einige Prozentpunkte im Vergleich zu Unfällen von Radfahrern ohne Helm. Dennoch raten Mediziner dringend zum Tragen eines Fahrradhelms, denn sie sehen täglich Patienten nach schweren Stürzen in ihren Notaufnahmen. Die Deutsche Gesellschaft für Orthopädie und Unfallchirurgie e.V. betont, dass die Hauptverletzung bei lebensgefährlich verletzten Radfahrern schwere Schädel-Hirn-Traumata sind.

It’s a match! Die wichtigsten Kriterien beim Helm-Kauf 

Der Fahrradhelm muss passen! Denn nur, wenn er wirklich perfekt auf deinem Kopf sitzt, schützt er dich bei Unfällen. Deshalb ist Anprobieren Pflicht.

Das wichtigste Kriterium dabei: die richtige Helmgröße. Doch wie ermittelt man die? Im Store helfen dir die Kolleginnen und Kollegen beim Vermessen deines Kopfes gerne weiter. Aber auch zu Hause ist das Ganze keine Rocket Science und du kannst deinen Helm entspannt online bestellen

Helmgröße ermitteln

Kopfumfang messen: Schnapp dir ein Maßband und lege es ca. einen Zentimeter über deinen Augenbrauen an. Führe es nun möglichst gerade um deinen Kopf herum. Dabei sollte das Band knapp oberhalb der Ohren am Kopf anliegen. Nun kannst du deinen Kopfumfang ablesen. Wenn du kein Maßband hast, helfen übrigens auch Bindfaden oder USB-Kabel und ein Zollstock beim Abmessen.

Den Sitz des Helms prüfen

Welcher Fahrradhelm passt zu mir?

Wenn du die richtige Größe ermittelt und dich für ein Modell entschieden hast, beginnt die eigentliche Anprobe. Setz den Fahrradhelm zunächst mit offenem Kinngurt auf und justiere ihn auf deine Größe. Bei den meisten Helmen funktioniert dies über ein kleines Rad am Hinterkopf. Er sollte nun ohne Drücken an deinem Kopf anliegen. Nun geht’s ans Eingemachte: schließe den Kinngurt und schüttle deinen Kopf. Der Helm sollte nicht wackeln oder rutschen. Sonst muss er enger gestellt werden. Achte dabei auf die Riemen des Helms. Sie sollten weder scheuern noch verdreht sein oder an den Ohren stören. 

Check des Tragekomforts

Neben dem perfekten Sitz gibt es noch einige weitere Punkte, die dir das Tragen deines Helms so angenehm wie möglich machen. Achte beim Kauf auf ein vernünftiges Belüftungssystem, denn sonst raucht dir beim Fahren schnell der Kopf. Im Inneren des Helms sollten zudem waschbare Schaumstoffpads für Polsterung sorgen. Der Helm sollte leicht sein und Fliegengitter sollten dich vor unliebsamem Besuch von Insekten schützen. Extra-Tipp: Nimm deine Sportbrille/Sonnenbrille mit zum Kauf, denn so kannst du prüfen, ob sie sich bequem tragen lässt, wenn du den Helm aufhast. Nun hast du ein rundum gutes Tragegefühl? Dann herzlichen Glückwunsch zum neuen Fahrradhelm.

Mountainbiking Fahrradhelm

Mit den Allrounder Helmen bist du für den Alltag bestens gewappnet und hast meistens die schönste Designauswahl. Die Helme sind robust und ihr geschlossenes Design schützt gut vor Wind und Wetter. Diese Helme haben oft viele Reflektoren und/oder integrierte LED-Positionsleuchten. 

Für alle, die keine Lust auf plattgedrückte Haare haben, kann der Hövding Airbaghelm eine Alternative sein. Dieser wird als Kragen um den Hals getragen und öffnet sich wie ein Airbag im Auto nur im Ernstfall, um deinen Kopf sicher zu schützen.

MTB-Helme: Visier und viel Luft für Mountainbiker 

MTB-Helme besitzen im Normalfall – im Gegensatz zu anderen Helmarten – zusätzliche große Belüftungsöffnungen an der Oberseite, denn bei quälend langen Anstiegen kann es unter dem Helm schon mal ordentlich warm werden, weil der kühlende Luftstrom fehlt. Außerdem haben Helme für Mountainbiker häufig ein Visier, das vor Sonne, Ästen oder aufgewirbelten Steinchen schützt. Im Nackenbereich sind die Helme häufig tiefer geschnitten, um auch hier optimalen Schutz zu bieten. 

Rennradfahrer mögen es leicht und luftig

Fahrradhelme für Rennradfahrer sind vor allem echte Leichtgewichte. Das ist wichtig, denn beim Rennradfahren kommt es den meisten auf ordentlich Speed an. Entsprechend windschnittig sind die Helme auch vom Design. Die großen Lüftungsschlitze im vorderen Bereich sorgen für breiten Lufteinlass. Der Fahrtwind wird um den Kopf herumgeleitet und tritt hinten aus dem Helm wieder aus. Hallo, Aerodynamik! 

Kinderhelme - Was gibt es beim Kauf zu beachten?


Grundsätzlich gilt beim Kauf eines Kinderhelms das Gleiche wie beim Erwachsenenhelm: Er muss sitzen! Verfahre also wie bei der Auswahl deines Helmes und teste mit deinem Kind, ob der Helm richtig sitzt, nicht wackelt oder verrutscht. Bei Kindern ist das Aussehen des Helmes deutlich entscheidender als bei Erwachsenen. Der Helm muss gefallen, ansonsten wird er womöglich nicht getragen. Kinderhelme sind daher grundsätzlich etwas bunter und auffallender gestaltet, oft auch mit Comicmotiven aus Serien oder Filmen.

Da Kinder noch wachsen, sollte der Sitz des Helmes regelmäßig geprüft und angepasst werden. Außerdem muss häufiger ein neuer Helm gekauft werden, um weiter optimal an die Kopfform angepasst zu sein.


Allrounder Helme für Trekking-Tourenradfahrer, City-Biker oder E-Bike-Fahrer 


Bei der Recherche nach deinem neuen Fahrradhelm ist dir vielleicht schon aufgefallen, dass es nicht nur eine Kategorie von Helmen gibt. Doch wo ist eigentlich der Unterschied zwischen Allrounder-Radhelmen für beispielsweise City-Radler und Exemplaren für Mountainbiker oder Rennradfahrer?

Rennrad Fahrradhelm

Gebrauchte Helme, Unfälle und Co. 

Kann ich mir meinen Fahrradhelm gebraucht kaufen und darf ich ihn nach einem Sturz weiterverwenden? Ganz einfache Antwort in beiden Fällen: besser nicht! Bei einem gebrauchten Exemplar ist das Problem, dass meist die Historie des Helms nicht bekannt und somit nicht auszuschließen ist, dass der Vorbesitzer mit diesem bereits gestürzt und die Schutzwirkung des Helms dadurch beeinträchtigt ist. Damit kommen wir zu Punkt zwei: Nach einem Sturz auf den Kopf sollte der Helm besser ausgetauscht werden. Selbst wenn er äußerlich noch in Ordnung aussieht, können kaum sichtbare Risse im Material entstanden sein, die die Sicherheit bei einem erneuten Unfall gefährden würden.

Wann muss ein neuer Helm her? 

Du und dein Fahrradhelm – eine Verbindung fürs Leben? Nein. Nach fünf bis sechs Jahren solltet ihr euch spätestens voneinander trennen. In dieser Zeit altert das Material durch Sonne, Regen, Kälte oder Hitze und kann porös werden. 100 Prozent Sicherheit bietet dir dein Kopfschutz dann nicht mehr. Dann ist es Zeit für ein neues Exemplar. Wenn du nicht mehr weißt, wann du deinen Helm überhaupt gekauft hast, hilft ein Blick auf die Datumsprägung, die alle Fahrradhelme haben. An dieser erkennst du zumindest das Herstellungsjahr und den Monat und hast eine Orientierung.

Weiterer Vorteil des notwendigen Helmtausches: Meistens hat man nach so vielen Jahren auch optisch Lust auf etwas Neues. 

Wie kommt es zu den Preisunterschieden bei Fahrradhelmen?


Auch bei Fahrradhelmen gibt es teils deutliche Unterschiede im Preis. Aber wie kommen die zustande, wenn doch die Sicherheitsvoraussetzungen genormt sind? Während alle Helme mindestens die DIN-Norm erfüllen sollten, gibt es bei der Ausstattung der Helme dennoch Unterschiede. 

Einige Kriterien können dabei Einfluss auf den Preis haben:

  • Reflektoren
  • Zusatzbeleuchtung
  • Design
  • Verstellmöglichkeiten
  • abnehmbare Sonnenblende
  • Gewicht
  • Neue Sicherheitstechnologie


Reflektoren & Zusatzbeleuchtung

Dein Helm kann dich schon schützen, bevor es zum Unfall kommt. Wenn andere Verkehrsteilnehmer dich frühzeitig sehen können, lassen sich viele Unfälle vermeiden. Dabei können Reflektoren am Helm helfen. Oder festverbaute LED-Beleuchtung, die anderen Verkehrsteilnehmern nicht nur signalisiert, dass du da bist, sondern dir auch helfen kann, Hindernisse früher zu erkennen. Allerdings ersetzt die Helmbeleuchtung nicht deine sonstige Fahrradbeleuchtung und auch ganz wichtig: Einschalten nicht vergessen!


Abnehmbare Sonnenblende & Verstellmöglichkeiten

Eine abnehmbare Sonnenblende kann bei Sonnenschein für bessere Sichtverhältnisse sorgen. Manche Helme verfügen neben Rädchen oder Ratschen zum Einstellen des Umfangs auch über weitere Mechanismen, um beispielsweise die Höhe der Helmschale anzupassen.


Design & Gewicht

Auch wenn das Design bei der Suche nach dem richtigen Helm keinesfalls das wichtigste Kriterium ist, so musst du dich mit deinem Helm natürlich wohlfühlen. Aufwendige Designs spiegeln sich im Preis allerdings häufig deutlicher wider als schlichte. Das Gewicht deines Helmes hat keinen Einfluss auf die Schutzwirkung, aber natürlich auf den Tragekomfort. Da ist verständlich, dass ein besonders leichter Helm anspruchsvoller in der Entwicklung ist, als ein schwerer und somit vermutlich auch etwas teurer.


Neue Sicherheitstechnologie

Fahrradhelme werden stetig weiterentwickelt, mit der Intention, sie noch sicherer zu machen. Zuletzt brachte das die MIPS-Technologie hervor. Das steht für “Multi-directional impact protection system”. Bei Helmen mit MIPS ist die Innenschale schwimmend verarbeitet, sodass sie einen Teil der Beschleunigungsenergie bei einem Aufprall abfangen kann, indem sie sich bis zu 15 Millimeter verschiebt.


Beim Kauf deines Helmes solltest du diese Faktoren im Hinterkopf behalten, aber deine Kaufentscheidung nicht davon abhängig machen. Wichtig ist, dass der Helm optimal sitzt und du dich auch auf langen Strecken damit wohlfühlst. Beachte auch, dass du deinen Helm vermutlich 5 bis 6 Jahre trägst, auf die Zeit fallen ein paar Euro mehr eher weniger ins Gewicht, besonders wenn er zum Beispiel durch zusätzliche Reflektoren helfen kann Unfälle zu vermeiden.

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