Die nächste Wandertour steht bevor? Mit guter Planung, passender Ausrüstung und dem richtigen Verhalten bist du sicherer am Berg unterwegs. Hier findest du wertvolle Wandertipps zur Orientierung, zum Wetter und für den Notfall.
SICHER AM BERG – TIPPS FÜR VERHALTEN UND ORIENTIERUNG
Gemeinsam mit einer Bergführerin von der Berg- und Skischule Vivalpin haben wir die wichtigsten Tipps für Sicherheit, Orientierung und Verhalten gesammelt.
1. Wanderplanung: Route, Zeit und Orientierung am Berg
Jede Tour sollte sorgfältig geplant werden. Informiere dich über Strecke, Höhenmeter, Hütten entlang des Weges und den geschätzten Zeitbedarf. Unterwegs helfen Wegweiser – achte auf die Wegnummern, da verschiedene Routen oft unterschiedliche Schwierigkeitsgrade haben. Zeitangaben auf Schildern sind nur Richtwerte, also plane immer etwas Puffer ein.
2. Natur schützen: Rücksichtsvoll wandern
Tiere sind keine Attraktion, sondern Teil der Bergwelt. Halte Abstand, vermeide Füttern und bleib auf markierten Wegen, um Pflanzen zu schützen. Nimm deinen Müll immer wieder mit – so bleibt die Natur unberührt und auch für andere Wanderer erlebbar.
3. Richtig gehen: Sicher bergauf und bergab wandern
Die richtige Technik macht Wanderungen sicherer und gelenkschonender.
- Bergauf: Setze den ganzen Fuß auf und mach kleine Schritte, so belastest du gleichmäßig.
- Bergab: Rolle über die Ferse ab und setze die Schritte bewusst, um dein Tempo zu kontrollieren.
Ein gut sitzender Wanderschuh unterstützt dich dabei enorm und kann das Risiko verringern, umzuknicken oder wegzurutschen.
4. Verpflegung und Wasser: Ausreichend trinken und essen
Ausreichend Flüssigkeit und Energie sind am Berg entscheidend. Dehydrierung und Unterzuckerung können schnell zu Erschöpfung, Schwindel und Unfällen führen.
- Wasser: Mindestens 1,5–2 Liter pro Person für eine Tagestour, bei Hitze oder langen Touren entsprechend mehr.
- Essen: Energieriegel, Nüsse, Obst oder belegte Brote – plane regelmäßige Pausen zum Essen und Trinken ein.
Praktisches Zubehör wie Trinkblasen oder Wanderruckäcke machen die Verpflegung unterwegs einfacher.
5. Erste Hilfe am Berg: Notruf und erste Maßnahmen
Unfälle können trotz Vorsicht passieren. Wichtig ist, zuerst die eigene Sicherheit zu gewährleisten, bevor du Hilfe leistest. Prüfe, ob die verunglückte Person ansprechbar ist, und wähle sofort den Notruf 112 (funktioniert in Europa auch ohne Mobilfunknetz) oder in Österreich die Bergrettung unter 140, in der Schweiz über die 144. Erst danach solltest du die Person mit einem Erste-Hilfe-Set versorgen.
6. Alpines Notsignal: Die 6-3-Regel richtig anwenden
Wenn keine Telefonverbindung möglich ist, hilft das alpine Notsignal: Sende sechs akustische oder visuelle Signale innerhalb einer Minute aus, warte anschließend eine Minute und wiederhole das Signal. Die Antwort erfolgt mit drei Signalen innerhalb einer Minute. Eine integrierte Pfeife am Rucksack, eine Stirnlampe oder ein Sonnenspiegel können dafür genutzt werden.
7. Wetter am Berg: Gewitter und Wetterumschwünge erkennen
Das Wetter in den Bergen kann schnell umschlagen. Lies vor der Tour den Wetterbericht und starte bei unsicheren Bedingungen besser gar nicht. Achte unterwegs auf Veränderungen: Quellwolken oder einziehender Nebel sind Warnsignale. Im Zweifel gilt: lieber umdrehen, als zu riskieren, in ein Gewitter zu geraten.
Checkliste vor der Wanderung
- Route, Höhenmeter und realistischen Zeitbedarf prüfen (nicht nach Social Media planen)
- Wetterbericht kontrollieren und bei Unsicherheit umplanen
- Passende Wanderschuhe und wetterfeste Kleidung wählen
- Handy laden, evtl. Powerbank mitnehmen, Notruf 112 speichern und Erste-Hilfe-Set einpacken
- Stirnlampe und Pfeife für schlechte Sicht oder Notfälle mitnehmen
Gut vorbereitet ins nächste Bergabenteuer
Eine gute Vorbereitung, Respekt vor der Natur und umsichtiges Verhalten sind die Basis für sicheres Wandern. Wenn du passende Schuhe, Kleidung und Ausrüstung suchst, findest du alles Nötige im SportScheck Onlineshop oder in unseren Filialen – damit dein nächstes Bergabenteuer sicher und unvergesslich wird.