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Schneeschuh-Berater

Auf zur nächsten Schneeschuhtour – So findest du die richtigen Schneeschuhe

Das Schneeschuh-Wandern hat sich in den letzten Jahren zu einer echten Trendsportart entwickelt. Die Stille der Natur, unberührte Landschaften und das Knirschen unter den Schuhen spüren – das ist es, was Outdoor-Enthusiasten wie dich fasziniert. Du möchtest Teil dieses Trends werden? Alles zum Thema Schneeschuhe erfährst du in unserem Online-Ratgeber.

Hast du dich schon einmal gefragt, welchen Zweck Schneeschuhe erfüllen? Stell dir eine traumhafte Winterlandschaft vor, bei der die weiße Schneedecke bis zum Horizont reicht und dich zu einer ausgedehnten Wanderung einlädt. Doch bereits der erste Schritt in herkömmlichen Schuhen wäre ernüchternd. Du würdest tief in den frischen Schnee einsinken und ein sportliches Vorankommen wäre kaum möglich. Genau hier kommen Schneeschuhe zum Einsatz. Sie vergrößern aufgrund ihrer speziellen Rahmenkonstruktion die Auflagefläche deiner Füße und verteilen dein Gewicht gleichmäßig auf beide Sohlen, wodurch das Einsinken in den Schnee verhindert wird. Viele Modelle verfügen an der Bodenseite des Rahmens über Zacken und eine greifende Kralle, damit du auch in verharschtem Schnee und in steilem Gelände ausreichend Halt findest. Zu guter Letzt bieten dir Schneeschuhe eine – zwar geringe, aber dennoch spürbare – Thermoisolierung. Als zusätzliche Schicht zwischen den Sohlen deiner Wanderschuhe und der Schneedecke absorbieren sie einen Teil der Kälte des Schnees. Die Folge: Deine Füße kühlen vor allem bei extrem kaltem Schnee langsamer aus.

Solange du auf ausgewiesenen und präparierten Winterwanderwegen unterwegs bist, benötigst du keine Schneeschuhe. Im Gegenteil: Auf präpariertem Boden können Schneeschuhe ihre Funktionalität nicht entfalten – sie machen dir das Vorankommen unnötig schwer. Auf gewalzten Wegen wanderst du optimalerweise in klassischen Winterschuhen, in eisigem Gelände sorgen Steigeisen für zusätzlichen Grip. Erst, wenn du die präparierten Winterwanderwege verlässt und dich ins unwegsame Gelände begibst, sind Schneeschuhe sinnvoll. Als Faustregel gilt: Ab einer Schneehöhe von 40 Zentimetern bieten dir Schneeschuhe beim sportlichen Wandern einen echten Vorteil.

Schneeschuhe werden grob in die folgenden drei Typen eingeteilt:

1. Originals

Originals, auch als Biberschwänze bezeichnet, bestehen aus einem mit Leder bespannten Holzrahmen. Sie sind aufgrund ihrer konstruktionsbedingten Größe und ihrer überdurchschnittlichen Auftrittsfläche für flaches Gelände und sehr tiefen Schnee geeignet. In Mitteleuropa werden Originals kaum verwendet, Biberschwänze sind vor allem in Nordamerika weit verbreitet.

Klassische Originals Schneeschuhe im Einsatz.

2. Classics

Für Flachland-Wanderungen in europäischen Wintersport-Gebieten sind Classics eine ideale Wahl. Sie bestehen aus einem mit Kunststoff bespannten Aluminiumrahmen und zeichnen sich durch ein geringes Gewicht aus. Classics verfügen über einen vorgeschobenen Schwerpunkt und erleichtern dir auf diese Weise den Aufstieg in tiefem Schnee. Die Kombination aus Alurahmen und Kunststoffbespannung sorgt auf flachen Strecken für eine perfekte Mischung aus Traktion, seitlicher Stabilität und Robustheit – für steiles Terrain sind Classics jedoch nur bedingt geeignet.

Classics Schneeschuhe im Einsatz

3. Moderns

Planst du eine Wanderung in besonders steilem Gelände, entscheidest du dich am besten für Schneeschuhe aus kältefestem Kunststoff – sogenannte Moderns. Die äußeren Kanten der speziell für den Alpineinsatz entwickelten Schneeschuhe bieten dir vor allem beim Traversieren einen deutlich besseren Halt als der Aluminiumrahmen der Classics. Große Spikes sowie integrierte Harscheisen ermöglichen dir auch in hartem Firm eine optimale Traktion. Obacht: Moderns verfügen im Vergleich zu Classics über eine relativ kleine Auflagefläche und sind aus diesem Grund nur eingeschränkt für Wanderungen in frischem Tiefschnee zu empfehlen.

Moderns Schneeschuhe im Einsatz

Für welchen Schneeschuh du dich entscheidest, hängt in erster Linie davon ab, welche Art von Wanderung du planst. Zieht es dich ins Flachland, bist du mit hochwertigen Classics sicher und komfortabel unterwegs. Moderns bieten dir in steilem, anspruchsvollem Terrain eine bestmögliche Traktion. Neben dem Schneeschuh-Typ solltest du beim Kauf auf folgende Produktmerkmale achten, um ein für dich passendes Modell zu finden:

Die Größe

Die Größe deiner Schneeschuhe hängt vom Gewicht ab, das diese zu tragen haben. Je schwerer du bist und je schwerer das Gepäck ist, welches du transportierst, desto größer muss der Auftrieb deiner Schneeschuhe und damit auch der Schuh selbst sein. Als Faustregel gilt:

  • Größe 22: für bis zu 70 Kilogramm
  • Größe 25: für 70 bis 100 Kilogramm
  • Größe 30: für über 100 Kilogramm

Neben deinem Eigengewicht (plus Gepäck) spielt auch das Terrain, in welchem du unterwegs sein möchtest, eine wesentliche Rolle. Vor allem in steilem Gelände sind große Schneeschuhe häufig von Nachteil. Sie verfügen über ein hohes Gewicht und erschweren auf diese Weise das Vorankommen. Aus diesem Grund musst du die Größenwahl von einigen anderen Faktoren abhängig machen – zum Beispiel von der Art des Untergrundes. Hier gilt es, einen Kompromiss zwischen Auftrieb und Wendigkeit zu finden. Faustregel: Je pulveriger der Schnee ist, umso größer sollten deine Schneeschuhe sein. In feinem Pulverschnee würdest du ohne ausreichend große Skischuhe bereits bei den ersten Schritten einsinken. Modelle mit großer Sohle verfügen über einen erhöhten Auftrieb und erleichtern dir das Vorankommen. Für das Wandern auf festem, eisigem Schnee oder in steilem, felsigem Gelände sind große Schneeschuhe jedoch nur bedingt zu empfehlen. Bergauf behindern sie dich bei Spitzkehren, bergab schleift das hintere Ende häufig im Schnee und erzeugt auf diese Weise zusätzlichen Widerstand. In steilem Gelände mit fester Schneedecke greifst du zu möglichst kleinen Schneeschuhen. Sie lassen sich nicht nur besser aufsetzen, kleine Modelle bieten dir im Vergleich auch eine bessere Wendigkeit, die vor allem auf technisch anspruchsvollen Streckenabschnitten von Vorteil ist.

Die Bindung

Die Bindung ist ein wesentliches Element deiner Schneeschuhe. Sie stellt sicher, dass deine Schuhe auch in steilem Gelände sicher an deinen Füßen sitzen. Bei Schneeschuhen kommen üblicherweise zwei Bindungstypen zum Einsatz.

Viele Modelle verfügen über eine Riemenbindung aus Kunststoff oder Gummiriemen. Die Riemen werden fest um den Schuh in die Bindung gelegt und mit Hilfe eines Fixierdorns geschlossen. Diese simple Konstruktion sorgt für ein einfaches Handling sowie eine hohe Robustheit. Nachteil: Die einzelnen Riemen können sich während des Wanderns lösen und für eine ungewollte Unterbrechung deiner Tour sorgen.

Besonders komfortabel und bewährt sind sogenannte Ratschenbindungen. Sie sind mit verstellbaren Kunststoffgurten ausgestattet, welche du per Klickmechanismus an deinen Füßen fixierst. Beachte jedoch, dass du für eine Ratschenbindung härtere Schuhe benötigst, damit dein Fuß nicht eingeschnürt wird.

Die Form

Das Verhältnis von Länge zu Breite eines Schneeschuhs wird auch als Form bezeichnet. In flachem Gelände ermöglichen dir schmale Schneeschuhe das komfortable Gehen, ohne dass du deine Füße bei jedem Schritt um das Standbein führen musst. Um den notwendigen Auftrieb zu gewährleisten, sind schmale Schneeschuhe in der Regel jedoch etwas länger als breite Modelle. Diese zusätzliche Länge erschwert dir das Vorankommen in steilem Gelände und sorgt bergab für zusätzlichen Widerstand. Überlege dir also vor dem Kauf, in welchem Terrain du unterwegs sein möchtest. Für Touren im Flachland reichen schmale, kurze Schneeschuhe aus, bei anspruchsvollen Touren in tiefem Schnee sind lange Modelle mit leichter Taillierung von Vorteil.

Die Steighilfen

Nahezu alle Schneeschuhe der Kategorie Classics und Moderns sind mit integrierten Steighilfen ausgestattet, welche dir Aufstiege erleichtern. Dabei handelt es sich in der Regel um einen Bügel, den du mit Hilfe der Stockgriffe unter deine Ferse klappst. Dieser Bügel sorgt in schrägem Gelände für eine waagerechte Fußhaltung – und eine Kraftersparnis von bis zu 30 Prozent. Unser Tipp: Die Höhe der hochgeklappten Steighilfe ist ein guter Indikator für den Einsatzbereich eines Schneeschuhs. Je höher die Steighilfe, desto steiler das Gelände, das du mit diesem Schneeschuh begehen kannst.

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Für das Anlegen deiner Schneeschuhe stellst du dich zunächst mittig auf die Bindungsplatte und fixierst anschließend den Bindungsriemen an deiner Ferse. Achte darauf, dass dein Fußballen zentral über der Bindung platziert ist und du mit deinem Körperschwerpunkt mittig auf dem Schuh stehst.

Nun spannst du den zweiten Riemen am Vorderfuß fest und fixierst die restlichen Bindungsriemen an deinem Fuß. Diese Reihenfolge ist wichtig, da sie die korrekte Fußstellung im Schneeschuh gewährleistet.

Unser Tipp:
Stelle deine Schneeschuhe bereits zu Hause ein. Auf diese Weise musst du beim Start deiner Tour lediglich den vorderen Riemen platzieren und du ersparst dir das umständliche Hantieren mit kalten Fingern im Schnee.

Mit der richtigen Schritttechnik kommst du nicht nur schneller voran, du sparst auch einiges an Kraft. Wir erklären dir, welche Technik in welchem Terrain zum Einsatz kommt.

Das Gehen mit Schneeschuhen in flachem Gelände unterscheidet sich kaum vom normalen Gehen. Du setzt deinen Fuß mit der Ferse auf und rollst anschließend über den Mittelfuß nach vorne ab. Achte darauf, dass dein Körperschwerpunkt mittig über dem Schneeschuh liegt – auf diese Weise können deine Schuhe ihre Funktionalität optimal entfalten.

Sobald das Gelände steiler wird, solltest du deine Steighilfen aktivieren. Anschließend entscheidest du dich für eine der folgenden Schritttechniken:

Frontalschritt

Berghänge mit einem Anstieg von bis zu 25 Grad absolvierst du im Normalschritt, auch als Frontalschritt bezeichnet. Achte darauf, dass sich die Länge und Breite deiner Schritte nicht zu stark von deiner herkömmlichen Gangart unterscheiden, um eine Überbelastung deiner Muskulatur zu vermeiden.

Ein Schneeschuhwanderer geht im Frontalschritt.

Enten- oder V-Schritt

An steilen Hängen und tiefem Schnee wechselst du zur kraftsparenden V- oder Ententechnik. Dabei trittst du ein V, bei dem die Spitzen deiner Schuhe nach links und rechts zeigen. Deinen Körperschwerpunkt verlagert du leicht nach vorne, um die Steighilfen deiner Schneeschuhe tief im Boden zu verankern.

Ein Schneeschuhwanderer geht im V-Schritt.

Traversen und Spitzkehren

Bei sehr steilen Anstiegen gehst du den Hang schräg bzw. in Spitzkehren an. Du läufst Serpentinen und verteilst die Höhenmeter auf eine längere Strecke. Dabei setzt du die Schneeschuhe parallel zueinander voreinander und drückst die bergseitige Außenkante fest in den Schnee. Diese Traversentechnik wird auch als „zweispuriges Gehen“ bezeichnet.

Ein Schneeschuhwanderer geht Spitzkehren im steilen Gelände.
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